26.11.2020

Verbraucher würden derzeit im Schnitt zehn Prozent mehr für 5G-Verträge zahlen

Eine aktuelle Studie von Ericsson untersucht das weltweite Umsatzpotenzial von 5G-Anwendungen im Privatkundenmarkt - bis 2030 beläuft sich die Summe auf 525 Milliarden US-Dollar in Westeuropa, global auf 3,7 Billionen US-Dollar.

Mobile Gaming macht mit 53,2 Prozent den größten Anteil an 5G-Services in Westeuropa aus

Der aktuelle Ericsson ConsumerLab Report untersucht die Umsatzpotenziale für Mobilfunknetzbetreiber im 5G-Privatkundenmarkt bis zum Jahr 2030. Die Studie mit dem Titel "Harnessing The 5G Consumer Potential" fand heraus, dass 5G eine neue Ära der immersiven Mediennutzung einläuten wird, angeführt von Cloud-Gaming.

Um das 5G-Potenzial voll ausschöpfen zu können, sind Innovationen und Kooperationen nötig, die die Einführung von 5G beschleunigen und fördern. Verbraucherdienste, einschließlich Mobilfunk, Festnetz-, Breitband-, TV- und Videodienste, machten im Jahr 2019 bereits durchschnittlich 56 Prozent des Umsatzes der Kommunikationsdienstleister weltweit aus.

Ericsson Mobility Report

Die Grundlage der Studie bilden Daten aus dem Ericsson Mobility Report über 5G-AbonnentInnen, den ConsumerLab Erkenntnissen zu den Trends von FrühanwenderInnen, sowie aus Prognosen des Analyseunternehmens Omdia zu potenziellen Umsatzchancen. Als Ergänzung dazu führte das Ericsson ConsumerLab eine Online-Umfrage unter 7.500 Smartphone-NutzerInnen aus 17 Ländern durch, unter anderem Deutschland.

Die wichtigsten Erkenntnisse des aktuellen Reports lassen sich wie folgt zusammenfassen:

Die Relevanz von KonsumentInnen für den Umsatz von Mobilfunknetzbetreibern nimmt mit 5G weiter zu.

Der Übergang zu 5G ermöglicht es den Mobilfunknetzbetreibern, den Trend stagnierender und rückläufiger Umsätze der VerbraucherInnen umzukehren. Dabei sollten Anbieter auf einen proaktiven Ansatz setzen, also auf einen qualitativen Aufbau von 5G, eine attraktive Tarif- und Preisgestaltung und die Bündelung von Services, denn damit lassen sich bis zu 34 Prozent höhere Umsätze erwirtschaften, als mit einem passiven Ansatz, der nur auf Konnektivität setzt.

Mobilfunknetzbetreiber weltweit können bis 2030 mit 5G mehr als 3,7 Billionen US-Dollar kumulativen Umsatz im Endkundensegment erzielen.

In Westeuropa beläuft sich die Summe auf 525 Milliarden US-Dollar bis 2030. Der Anteil der Mobilfunknetzbetreiber an den gesamten 5G-generierten Verbrauchereinnahmen beträgt bis 2030 74 Prozent. Der Rest der Umsätze verteilt sich auf App-Entwickler, Gerätehersteller und andere Stakeholder.

Einer von drei Frühanwendern ist bereit, einen Aufschlag von 20 Prozent für 5G zu zahlen.

KonsumentInnen würden derzeit im Schnitt zehn Prozent mehr für 5G-Verträge zahlen. Einer von drei Frühanwendern ist sogar bereit, einen Aufschlag von 20 Prozent für 5G zu zahlen. 25 Prozent der Befragten gaben außerdem an, innerhalb der nächsten 12 Monate auf ein 5G-fähiges Smartphone umsteigen zu wollen.

Durch die proaktive Entwicklung und Vermarktung von 5G-Services können Mobilfunknetzbetreiber bis 2030 bis zu 131 Milliarden US-Dollar an globalem Umsatz generieren.

Mobile Gaming macht von diesen 131 Milliarden US-Dollar mit 53,4 Prozent den größten Anteil in Westeuropa aus, gefolgt von Enhanced Video mit 22,4 Prozent. Cloud Gaming und Enhanced Video sind für 61 Prozent der Umsätze aus digitalen 5G-Diensten verantwortlich.

Differenzierung lohnt sich. Dadurch lässt sich ein durchschnittlich 34 Prozent höherer Erlös pro Kunde erzielen als mit einer passiven Herangehensweise.

Ein proaktiver Ansatz kann bis 2030 zu mehr als 30 Milliarden US-Dollar Umsatz in Westeuropa führen als ein passiver. Außerdem zahlen NutzerInnen dafür im Schnitt etwa 27 Prozent mehr pro Monat.