Ratgeber: DOCSIS

DOCSIS ist eine Sammlung von verbindlichen technischen Normen für die Datenübertragung in Kabel-TV-Netzen. Hinter der Abkürzung verbirgt sich der sperrige englische Ausdruck „Data Over Cable Service Interface Specification“, auf Deutsch etwa „Schnittstellen-Spezifikation für Dienste mit Datenübertragung per Kabel“. Die erste Version von DOCSIS wurde im März 1998 von der Internationalen Fernmeldeunion verabschiedet.

Die DOCSIS-Techniken werden in Kabel-TV-Netzen verwendet, das Gegenstück in Telefon-Festnetzen sind die DSL-Techniken. Es handelt sich dabei um zwei unterschiedliche Technik-Familien.

DOCSIS-Anschlüsse ans Internet sind weit verbreitet in Frankreich, Österreich, der Schweiz und den USA; in Deutschland haben derzeit 2,9 Millionen Haushalte einen Internet-Anschluss übers TV-Kabel (Stand 2010). Da in den USA andere Techniken bei der Fernsehübertragung genutzt werden als in Europa, gibt es eine europäische Technik-Variante, deren Normen unter dem Namen EuroDOCSIS zusammengefasst werden.

Mit dem Standared DOCSIS 3.0 werden derzeit in der Bundesrepublik Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 130 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) beim Empfangen von Daten aus dem Internet (Download) und bis zu fünf Mbit/s beim Senden von eigenen Daten ins Internet (Upload) angeboten. In Kanada erreicht das schnellste TV-Netz derzeit 120 Mbit/s beim Download und 20 Mbit/s beim Upload.

Autor: ET