Breitband in Deutschland

Wer schnell ins Internet gehen will, der kann zwischen verschiedenen technischen Wegen wählen: Da gibt es erstens die Gruppe der DSL-Anschlüsse, sie werden über das Telefonkabel realisiert. Dazu kommen zweitens Internet-Anschlüsse über die Fernsehkabel-Netze, sie  arbeiten mit den verschiedenen DOCSIS-Techniken. Und schließlich gibt es noch den schnellen Anschluss per Mobilfunk, hier werden die Datenfunktechniken HSPA+ und LTE verwendet. Diese drei Varianten sind in Deutschland weit verbreitet.

Dazu kommen noch drei eher exotische Verbindungsarten, die allenfalls in bestimmten Regionen eingesetzt werden – wenn die oben genannten Lösungen nicht verfügbar sind: Schnelles Internet per Stromleitung, schnelles Internet per Satellitenfunk und schnelles Internet per Richtfunk mit den Techniken WLAN oder Wimax.

In Deutschland gibt es 26,2 Millionen schnelle Internet-Anschlüsse im Festnetz. Rund 23 Millionen sind DSL-Anschlüsse, Tendenz gleichbleibend. Rund 2,9 Millionen entfallen auf TV-Kabelnetze, Tendenz steigend. Die übrigen Festnetz-Technologien einschließlich Glasfaser bis ans Gebäude oder bis in die Wohnung bringen es auf  rund 260.000 Anschlüsse.

DSL und Fernsehkabel

DSL und Fernsehkabel sind die Anschlüsse, über welche die Deutschen in der Regel schnell ins Internet gehen.

DSL ist so populär, das dieser Begriff  in der Reklame  immer dann verwendet wird, wenn von einem schnellen Internetanschluss die Rede ist – auch dann wenn die DSL-Technik gar nicht genutzt wird. So werden Richtfunk-Verbindungen als Air-DSL bezeichnet, Satellitenfunk-Verbindungen als Sky-DSL. Das ist natürlich unsinnig und falsch.

DSL-Anschlüsse laufen immer über eine Kombination aus Kupferkabel und Glasfaserkabel und zwar über das Telefonnetz. Wie schnell ein solcher Anschluss ist, hängt davon ab, wie lange die Kupferleitung von Ihrer Wohnung bis zum Glasfasernetz ist – und welche Qualität sie hat. Das weiß niemand so genau, am allerwenigsten der Mensch, der ihnen DSL verkaufen will. Also: Wer Ihnen DSL anbietet, kann erst dann eine bestimmte Geschwindigkeit garantieren, wenn er den Anschluss in Ihrer Wohnung getestet hat  - denn nur dann kann der Anbieter abschätzen, welche Höchstgeschwindigkeit über die Leitungen zu ihrer Wohnung technisch möglich sind.

Der Vorteil von DSL: Geht die Glasfaser bis an oder sogar ins Haus, sind Geschwindigkeiten von bis zu 100 Mbit/s drin.

Der Nachteil von DSL: Ist die Kupferstrecke sehr lang, kann auch bei 2 Mbit/s oder weniger das Limit erreicht sein.

Der größte Konkurrent der DSL-Anbieter sind die Betreiber von Netzen fürs Kabelfernsehen; sie bauen derzeit ihre Netze kräftig aus und bieten Höchstgeschwindigkeiten ab 6 Mbit/s, an vielen Orten schon bis zu 100 Mbit/s.

Der Vorteil beim TV-Kabel: Wo immer man einen solchen Anschluss hat, ist man mit einer sehr soliden Grundgeschwindigkeit dabei, die an etlichen DSL-Standorten gar nicht realisiert werden können. In der Spitze sind das derzeit über 130 Mbit/s beim Herunterladen von Daten und 5 Mbit/s beim Senden von Daten.

Der Nachteil beim TV-Kabel: Immer dann, wenn viele Nutzer in diesem Netz sind, geht die Geschwindigkeit zurück. Die Übertragungsgeschwindigkeiten schwanken sehr stark. Ein TV-Kabelanschluss ist nicht überall verfügbar.

Mobiles Breitband: HSPA+ und LTE

Mobiles Breitband ist schnelles Internet per Funk. Es wird derzeit in Deutschland über die Funktechniken HSPA+ und zunehmend auch LTE angeboten. Mit HSPA+ sind in Deutschland – theoretische - Maximalgeschwindigkeiten von 42 Mbit/s möglich, mit LTE theoretisch bis zu 100 Mbit/s.

Der Vorteil von mobilem Breitband: Das mobile Breitband ermöglicht einen schnellen Internetzugang unterwegs.

Der Nachteil von mobilem Breitband: Die gebotenen theoretischen Höchst-Geschwindigkeiten werden in der Praxis nie erreicht. Wie schnell man ist hängt davon ab, wie viele andere Nutzer in der Umgebung gerade per Funk ins Internet gehen, wie gut das Funksignal ist und wie gut die eigene Ausrüstung. In der Regel gibt es deutlich weniger als die Hälfte der in der Werbung angepriesenen Höchstgeschwindigkeit. Die Datenmenge für schnelles Surfen ist begrenzt.

Die Exoten: Stromnetz, Satellit und Richtfunk

Zu den exotischen – wenngleich technisch einwandfrei funktionierenden Lösungen – gehören in Deutschland die Anbindung per Stromleitung, per Satellit oder über Richtfunk.

Insgesamt gibt es in Deutschland derzeit gerade mal drei Anbieter, bei denen das Internet umstandslos aus der Steckdose kommt. Die großen Energiekonzerne witterten in der Frühzeit des Internet hier ein gutes Zusatzgeschäft, mittlerweile haben sich alle namhaften Unternehmen aus der Entwicklung dieser Technik zurückgezogen – technisch problematisch und betriebswirtschaftlich wohl zu teuer. Die lokalen deutschen  Anbieter offerieren höchstens zwei Megabit pro Sekunde beim Herunterladen von Daten. Insgesamt wird dieser Technikzweig auf absehbare Zeit wohl völlig aus dem Angebot verschwinden.

Satellitenanschlüsse werden immer an weit abgelegenen Orten eingesetzt, wo kein Kabel liegt und es nur ganz langsamen Mobilfunk in GSM-Netzen gibt. Der Kunde muss dafür eine eigene Empfangsanlage einrichten lassen, dann hat er immerhin zwei bis zehn Megabit pro Sekunde theoretische Höchstgeschwindigkeit beim Herunterladen von Daten.

In Gemeinden ohne ein schnelles Kabel-Netz werden auch ab und an die Funktechniken WLAN oder Wimax eingesetzt. Diese Lösungen bezeichnet man auch mit dem Oberbegriff Richtfunk. Nach Angaben von Firmen, die solche Anschlüsse offerieren, kann  man damit ein bis zehn Mbit/s erreichen.