Die schnellen Netze: UMTS und LTE

Wie schnell Sie mit dem Smartphone oder Laptop im Internet unterwegs sind, hängt zunächst vom technischen Typ des Mobilfunknetzes ab, das Sie nutzen und den Datenübertragungstechniken, die darin eingesetzt werden.

Der zweite Faktor ist der Netzwerkbetreiber: Zwar verwenden die Netzbetreiber – also Deutsche Telekom, E-Plus, Telefónica/O2 und Vodafone die gleichen Netzwerktechniken, doch haben sie ihre Netze höchst unterschiedlich ausgebaut. Wie schnell Sie unterwegs sind, hängt auch vom Netzwerkbetreiber ab.

Und schließlich kommt es auch darauf an, wo Sie vor allen Dingen mobil im Internet surfen. An sehr belebten Plätzen, an denen viele Menschen unterwegs sind, wie Flughäfen, große Bahnhöfe, große Einkaufszentren, Messezentren sind die Mobilfunknetze oft optimal bei nahezu allen Betreibern ausgebaut. Andererseits ist in dünn besiedelten Regionen manchmal gar kein schneller Internet-Anschluss zu finden – es gibt einfach nicht genügend Kunden, die ihn so oft nutzen, dass es sich für die Anbieter rechnet. Wenn sie also in ländlicher Abgeschiedenheit fern von jedem Trubel Urlaub machen, rechnen Sie nicht damit, dass Sie dann per Mobilfunk flott surfen.

Die Netzwerktypen: LTE, UMTS und GSM

Es gibt technisch gesehen derzeit zwei Arten schneller Mobilfunknetze in Deutschland: Im UMTS-Netz kann man mit den Datenübertragungstechniken der HSPA-Familie (also HSDPA und HSUPA) und der Erweiterung HSPA+ in der täglichen Praxis mit Geschwindigkeiten von mindestens 1 Megabit pro Sekunde rechnen. In der Spitze wird eine – theoretische - Höchstgeschwindigkeit von derzeit 21 Mbit/s geboten, sie soll bei der Deutschen Telekom bald auf 42 Mbit/s gesteigert werden. In UMTS-Netzen kann man auch telefonieren, sie können daher von den Smartphone-Besitzern optimal genutzt werden.

Die LTE-Netze, die derzeit aufgebaut werden, sind einstweilen nicht fürs Telefonieren, sondern nur für die mobile Datenübertragung gedacht. In den ländlichen Gebieten, wo LTE als DSL-Ersatz dient, ist die Geschwindigkeit von Seiten der Anbieter beschränkt: das fängt an bei einem Minimaltempo von 3 Mbit/s und endet bei – theoretischen – 50 Mbit/s.

Nach Erfahrungsberichten von Nutzern aus anderen LTE-Netzen kann man – wenn kein Tempolimit vom Anbieter vorgegeben ist – bei LTE durchaus mit einer Geschwindigkeit von mindestens 20 Mbit/s in der Praxis rechnen. LTE-Netze können nicht mit Smartphones, sondern nur mit einem Rechner samt LTE-Surfstick oder LTE-Router genutzt werden.

Es gibt noch einen dritten Netzwerktyp, das sind die GSM-Netze. Doch diese sind eigentlich fürs Telefonieren konstruiert und nicht für Datenübertragung, beim Thema Breitband können wir GSM-Netze also außer Acht lassen.

Die Netzwerkbetreiber

Vodafone hat das in der Praxis derzeit schnellste UMTS-Netz, das Unternehmen bietet hier 21 Mbit/s – theoretische – Höchstgeschwindigkeit beim Herunterladen von Daten an. Mit LTE auf dem Lande gibt es ein Tempo von 7,2 Mbit/s bis zu 50 Mbit/s. Vodafone ist dabei LTE in der deutschen Hauptstadt Berlin zu installieren, Hamburg und Bremen sollen folgen.

O2 bietet ein UMTS-Netz mit 7,2 Mbit/s theoretischer Höchstgeschwindigkeit. Auch O2 ist dabei, sein LTE-Netz aufzubauen, größere Versuchsnetze laufen schon in München und Halle.

Deutlich am langsamsten ist man im mit E-Plus unterwegs, in allen Netztests der letzten Jahre – ganz unabhängig davon wer sie ausführte – landete E-Plus immer weit abgeschlagen auf dem letzten Platz. Auch E-Plus betreibt ein UMTS-Netz mit einer – theoretischen - Höchstgeschwindigkeit von 7,2 Mbit/s, der Aufbau eines schnellen LTE-Datenfunknetzes ist nicht geplant.