Tablets: Die neue Geräteklasse fürs mobile Internet

Fürs mobile Internet unterwegs hat sich eine neue Geräteklasse etabliert: Die Tablets. Diese Rechner sind vergleichsweise klein und leicht. Im Unterschied zu den Smartphones bieten sie einen vergleichsweise großen Bildschirm, dieser dient bei Tablets genau wie bei Smartphones als Eingabefläche.

Tablets haben eine Fülle von Formen entwickelt: Es gibt Tablets ohne Tastatur, die nur über den berührungsempfindlichen Bildschirm bedient werden, die sogenannten Slates (Tafel-PCs oder Tafelrechner) – dies ist die derzeit populärste Form. Es gibt Tablets mit zwei berührungsempfindlichen Bildschirmen, die wie ein Heft zusammengeklappt werden können, die so genannten Booklets (Heft-PCs). Dazu kommen die sogenannten Convertibles (Konvertible Tablets): Hier kann man die Befehle auf dem Bildschirm eingeben, es gibt dazu noch eine Tastatur, die unter den Bildschirm geschoben werden kann. Und schließlich gibt es als Sonderform den Hybrid – hier gibt es ebenfalls eine Tastatur, doch im Unterschied zum konvertiblen Tablet kann sie völlig abgenommen werden.

Kleine Geschichte der Tablets

Die Geschichte der Tablets zerfällt in zwei Perioden: Vor dem iPad und nach dem iPad. Vor dem iPad wurden unter der Bezeichnung Tablet-PCs Geräte zusammengefasst, bei denen man mit einem mitgelieferten Stift (der oft mit dem englischen Wort Stylus bezeichnet wird) auf dem Bildschirm handschriftliche Notizen oder Grafiken eingeben konnte. Diese Rechner laufen unter Betriebssystemen, die wir von PCs kennen, also meistens unter Windows von Microsoft.

Seit Apple den iPad herausbrachte, werden als Tablets vor allem Geräte mit einem berührungsempfindlichen Bildschirm bezeichnet, die nur mit Fingergesten (der englische Fachausdruck dafür ist multi-touch) gesteuert werden. Es gibt also keine Tastatur (diese kann aber auf dem Bildschirm eingeblendet werden) und keine Maus und keinen Stift. Diese Art von Tafel-Rechnern läuft nicht mit den Betriebssystemen, die wir vom heimischen PC kennen, sondern mit weiterentwickelten Betriebssystemen der Smartphones wie dem Honeycomb-Android von Google, oder dem iOS von Apple. Genau wie die Smartphones werden die Tafel-Rechner durch kleine heruntergeladene Programme, die sogenannten Apps um beliebig viele Funktionen erweitert. Diese Apps kann man in den Internetläden der Tablet-Hersteller beziehungsweise der Betriebssystem-Produzenten kaufen.

Der Bildschirm: Variable Größen

Am auffälligsten sind die Bildschirme – schließlich sind sie als Eingabefläche der zentrale Bestandteil des Geräts. Die Bildschirmgröße liegt in der Regel bei 7 Zoll (17,8 Zentimeter) oder 10 Zoll (25,4 Zentimeter) Bildschirmdiagonale. Doch es gibt erhebliche Abweichungen nach unten und oben; bisher sind 2,8 Zoll (7,1 Zentimeter) bei einem Tafel-Tablet die Untergrenze, die Obergrenze liegt derzeit bei 14,1 Zoll (35,8 Zentimeter) bei einem konvertiblen Tablet mit abnehmbarer Tastatur. Allerdings stellt sich bei Geräten, die weniger als 5 Zoll Bildschirmgröße haben die Frage, warum man nicht gleich zu einem Smartphone vergleichbarer Größe greift.

Der Bildschirm: Die Eingabefläche

Bei den berührungsempfindlichen Bildschirmen werden drei unterschiedliche Techniken eingesetzt, um die Befehle in den Rechner zu übertragen – man unterscheidet folglich zwischen resistiven, kapazitiven und induktiven Bildschirmen.

Erschrecken Sie nicht, es ist ganz einfach:

Resistive Bildschirme reagieren auf Druck. Durch den Druck wird ein Kontakt hergestellt, der dann den Befehl erzeugt. Man muss also für die Befehle leicht auf den Schirm drücken, einige preiswertere Tablets nutzen diese Technik. Der Vorteil: Diese Technik ist besonders preiswert. Diese Bildschirme können auch mit dem Fingernagel, in Handschuhen oder von Menschen mit Prothesen oder mit einem ganz normalen Stift bedient werden, es braucht keinen eigenen Spezialstift. Der Nachteil: Resistive Bildschirme reagieren nicht so sensibel auf Bewegungen, es braucht immer etwas Druck. Außerdem sind die Bildschirme nicht so lichtdurchlässig, bieten also tendenziell ein schwächeres Bild.

Kapazitive Bildschirme bauen an der Oberfläche ein gleichmäßiges elektrisches Feld auf. Wenn der Finger den Bildschirm berührt, springt ein Teil der elektrischen Ladung auf den Finger über. Die Befehle werden weiter gegeben durch diese vom Finger versursachte Störung des elektrischen Feldes. Der Vorteil: Solche Bildschirme sind sehr hell und haben eine gute Auflösung, sie reagieren auf leichte wischende Bewegungen sehr sensibel. Der Nachteil: Sie sind deutlich teurer. Sie reagieren nur auf elektrisch leitende Objekte wie den Finger. Mit Handschuhen geht nichts, mit einem normalen Stift auch nicht, auch nicht mit einer Prothese. Es muss ein leitfähiger Eingabestift oder ein leitfähiger Spezial-Handschuh sein. Sie sind sehr empfindlich gegen Wasser oder Feuchtigkeit auf der Eingabefläche.

Die Technik des induktiven Bildschirms wird nur bei teuren Grafik-Tablets angewendet und wird hier der Vollständigkeit halber erwähnt. Während der kapazitive Bildschirm auf Störung des elektrischen Feldes reagiert, arbeitet der induktive Bildschirm mit der Störung eines Magnetfeldes. Folglich braucht man zu seiner Bedienung einen Spezialstift mit eingebauter Elektrospule, die ein Magnetfeld erzeugt. Damit zeichnet man dann auf der Oberfläche des Grafik-Tablets. Der Vorteil: Die Technik ist sehr präzise, eben auf Grafik-Tablets ausgelegt. Der Nachteil: Es geht nur mit diesem Spezialstift.

Worauf Sie achten sollten

Natürlich gibt es noch eine Reihe anderer technischer Daten, auf die Sie beim Kauf eines Tablets achten sollten. Da sind vor allem die Techniken, mit denen man ins Internet gehen kann: Manche Tablets haben nur WLAN, können also nur übers heimische Funknetz ins Internet gehen. Andere bringen auch die Mobilfunktechniken GSM/GPRS/EDGE  sowie UMTS/HSPA mit, man kann damit also überall surfen.

Ansonsten müssen Sie sich fragen, was sie eigentlich mit diesem Gerät unterwegs alles machen wollen. Dann können Sie in einem zweiten Schritt untersuchen, welches Gerät diese Funktionen bereitstellt, ob es genügend Programme beziehungsweise Apps dieser Art gibt, die auf dem Tablet betrieben werden können. Ein wichtiger Punkt ist womöglich der Datenaustausch mit Ihrem heimischen PC.

Alles in allem hängt die Auswahl des Geräts wie immer davon ab, was Sie damit tun wollen, wo und wie Sie es einsetzen wollen. Ein Grafiker, der unterwegs zeichnen will, wird ein anderes Tablet brauchen als ein Mensch, der damit unterwegs online Zeitungen und Zeitschriften lesen, Filme sehen und etwas spielen will.