Kabel für Einsteiger

Kabel-TV-Anschlüsse bieten viel mehr als nur Fernsehen aus der Steckdose. Über das Fernsehkabel kann man auch telefonieren und im Internet surfen. Doch selbst wenn Sie bereits einen Kabelanschluss fürs Fernsehen besitzen, muss noch einiges geschehen, bis dieser das alles leistet.

Neue Geräte müssen her, die für eine gleichzeitige Anbindung von Fernseher, Telefon und Computer ans Kabelnetz sorgen. Herkömmliche DSL-Modems und -Router können Sie im Fernsehkabelnetz nicht verwenden. Dieser Artikel zeigt Ihnen, was Sie beachten müssen, wenn Sie aufs Fernsehkabel umsteigen.

Ein Anschluss ist der erste Schritt

Ist man Eigentümer eines Hauses, steht einem weiteren Vorgehen nichts im Weg. Als Mieter allerdings muss man sich mit dem Vermieter absprechen. Ist gar kein Anschluss vorhanden, muss der Vermieter diesen genehmigen. Aber selbst wenn ein Kabel-TV-Anschluss vorhanden ist, braucht man die Einwilligung des Hauseigentümers, damit der Anschluss für Internet und Telefon aufgerüstet werden kann.

Ein einfacher Kabelanschluss genügt nämlich nicht, um darüber auch zu surfen und zu telefonieren. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist, dass Signale nicht nur empfangen, sondern auch gesendet werden können. Das nennt man Rückkanalfähigkeit. Zu diesem Zweck kommen Techniker des jeweiligen Anbieters und installieren einen rückkanalfähigen Verteiler, meist im Keller des Hauses.

Fernsehen über Kabel

 

Für die Nutzung des Kabel-TV-Anschlusses brauchen Sie Geräte: TV-Receiver und Kabelmodem. Diese werden von den Anbietern in der Regel zur Nutzung bereitgestellt und müssen nicht extra gekauft werden. Alles, was Sie mitbringen müssen, sind die Endgeräte wie Fernseher, Telefon und Computer. Für das Fernsehen stellen die Anbieter Receiver zur Verfügung, mit denen die digitalen Signale aus dem Kabelnetz für Fernseher umgewandelt werden. Receiver verfügen über Anschlüsse im HDMI- sowie im SCART-Format für ältere Fernseher.

Übers Fernsehkabel werden auch Sender in hoher Auflösung (High Definition = HD) ausgestrahlt. Diese können aber nur auf Fernsehern neuerer Bauart in der entsprechenden Qualität dargestellt werden.

Einige Receiver sind mehr als nur Empfangsgeräte, sie verfügen über einen Festplattenspeicher. Damit kann man entweder Sendungen aufnehmen – während man einen anderen Kanal sieht oder gar nichts anschaut – oder zeitversetzt fernsehen. Wenn man auf die Pause-Taste drückt, wird das laufende Programm angehalten und in den Speicher geladen. Möchte man weiter fernsehen, setzt man das Programm einfach fort, indem man es vom Festplattenspeicher lädt.

Telefon und Internet

Für das Surfen über TV-Kabel benötigt man andere Geräte als für Internet über DSL. Sie sehen zwar äußerlich genau so aus, verwenden aber eine andere Technik. Das Kabelmodem wandelt die Signale aus dem Fernsehkabel in Daten um, die vom Computer empfangen werden können. Das Modem wird ebenso wie der Receiver vom Anbieter gestellt, je nach Gerät und Anbieter kostenlos oder gegen einen Hardware-Aufschlag. Der Aufbau ist denkbar einfach: einfach das Kabelmodem direkt an die TV-Dose anschließen und schon geht es los. Möchte man mehr als einen Rechner ins Internet bringen, ist ein Kabel-Router zu empfehlen. Dieser ist nicht nur Modem, sondern auch Verteiler (Switch), er empfängt die Signale, wandelt sie um und schickt diese Daten dann an die verschiedenen Rechner. WLAN-Router sind mittlerweile Standard und werden mitgeliefert.

Die Geschwindigkeit variiert je nach Ausbau vor Ort. Sie liegt zwischen sechs und 120 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) beim Empfangen von Daten (Download). Beim Senden von Daten (Upload) liegen die Datenraten zwischen 480 Kilobit pro Sekunde (kbit/s) und sechs Mbit/s. Eine Geschwindigkeit von etwa 32 Mbit/s im Download ist bereits an sehr vielen Orten verfügbar.

Für das Telefonieren braucht man keinen Festnetzanschluss, sondern ebenfalls nur den Kabel-TV-Anschluss, beziehungsweise das Kabelmodem. Das Telefon wird einfach an das Modem angesteckt. Gespräche werden dann über das Internet geführt. Internettelefonie ist technisch betrachtet über das Kabelnetz sehr ähnlich der Internettelefonie über DSL, nur heißt der Standard hier Voice over Cable (VoC) anstatt Voice over IP (VoIP).