Geschwindigkeit in Kabelnetzen

Die Betreiber von TV-Kabelnetzen bieten generell höhere Spitzengeschwindigkeiten, als DSL-Anschlüsse – und das nicht nur beim Herunterladen von Daten aus dem Netz (Download), sondern auch beim Senden (Upload). Das ist die gute Nachricht.

Die schlechte Nachricht: Diese Anschlüsse sind bei weitem nicht überall verfügbar. Und wo es sie gibt, haben sie möglicherweise ein kleines, technisch bedingtes Manko: Zu Spitzenzeiten – also etwa nach Feierabend wenn alle nach Hause gehen und lossurfen oder fernsehen – beispielsweise zwischen 18 und 21 Uhr - kann es langsamer werden. Generell sind die Abweichungen von den Durchschnitts-Geschwindigkeiten in diesen Netzen höher als bei DSL-Anschlüssen.

Tempo-Rekord in Hamburg: 1.170 Megabit pro Sekunde

Und die Kabelbetreiber entwickeln ihre Netze weiter: Im Herbst 2010 erreichte Kabel Deutschland bei einem Feldversuch in Hamburg eine Spitzengeschwindigkeit von 1.170 Megabit pro Sekunde, das sind 1,17 Gigabit pro Sekunde. Und das nicht etwa in der Stille eines abgelegenen Labors unter optimalen Bedingungen; Getestet wurden Anschlüsse in einem Mehrfamilienhaus im Hamburger Kabelnetz, die Geschwindigkeiten wurden auf einem einzelnen Computer und auf mehreren Rechnern erreicht – man wollte die tatsächliche Nutzung in einem Mehrpersonenhaushalt nachstellen. Für dieses Tempo gibt es derzeit im Internet noch keine Anwendungen, doch die Kabelbetreiber scheinen schon für neue Aufgaben der übernächsten Generation gerüstet.

Spitzentempo nicht immer Spitze

 

Das Spitzentempo bei den Kabelbetreibern ist nicht überall wirklich so schnell wie in den Höchstgeschwindigkeits-Anzeigen versprochen wird. Kunden von Kabel Deutschland, die einen Tarif von 32 Mbit/s gebucht haben, kommen nach einem Test von Computerbild im Schnitt auf 18 Mbit/s. Bei einem Test der Zeitschrift „connect“ lieferte der Kabelbetreiber Unitymedia bei einem Vertragstempo von 20 Megabit/s immerhin noch 16 Mbit/s ab. Das Internetportal „Teltarif“ maß einen Anschluss von Kabel Deutschland mit 100 Mbit/s im Download.

Doch dieses Problem haben auch die DSL-Anbieter – beim Computerbild-Test wurde fürs VDSL 50 der Telekom mit 50 Mbit/s Höchsttempo eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 30 Mbit/s gemessen. Technisch bedingt sind die Schwankungen bei den Kabelnetzen um eine bestimmte Durchschnittsgeschwindigkeit herum höher als bei DSL-Anschlüssen.

Die Geschwindigkeitsschwankungen Fernsehkabel-Netzen sind beachtlich, Tester berichten bei einem Anschluss der auf 100 Megabit pro Sekunde ausgelegt ist von Werten zwischen 50 und über 90 Mbit/s. An einem Ostersonntagabend wurden dort auch schon mal 20 Mbit/s gemessen. Generell ist die Geschwindigkeit abends immer geringer – allerdings noch deutlich flotter als bei den meisten DSL-Anschlüssen.