FTTH und FTTB in Deutschland

Glasfaser an oder ins eigene Heim oder das eigene Unternehmen: Das ist in Deutschland noch ein Traum. Nur wenige Regionen haben einen Anschluss vorzuweisen, mit dem man 50 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) beim Senden von eigenen Daten ins Netz (Upload) erreicht oder 100 Mbit/s und mehr beim Herunterladen. Denn in Deutschland gibt es Glasfaser meist nur bis zum Verteilerkasten am Bordstein und ab da geht es dann per Kupferkabel weiter. Und das bremst gewaltig.

Für solch schnelle Leitungen bis an oder ins eigene Heim wird hierzulande meist das Kürzel FTTH fürs Englische Fiber to the Home verwendet. Streng genommen unterscheidet man zwei Anschlüsse – FTTB steht fürs Englische Fiber to the Building, hier wird die Glasfaser bis ans Gebäude verlegt. Bei FTTH im engeren Sinne wird die Glasfaser bis an die Wohnung gelegt. Die Marketing-Abteilungen sprechen aber mitunter von FTTH, wenn technisch gesehen FTTB gemeint ist. Die letzte Ausbaustufe wäre FTTD Fiber to the Desk, hier werden noch die Endgeräte am Schreibtisch per Glasfaser angeschlossen.

FTTH und FTTB: Die Verfügbarkeit

Bis Ende 2010 wurde FTTH und FTTB hauptsächlich von Städten und Gemeinden, Versorgungsunternehmen und privaten Investoren installiert, die bis dahin größten Netze waren Netcologne im Köln-Bonner Raum, Wilhelm.tel in Hamburg sowie M-Net in München und Augsburg.

Ab Februar 2011 stieg auch die Deutsche Telekom in den Aufbau der neuen schnellen Netze ein, erst einmal mit dem Glasfaser-Ausbau in den zehn Städten Hannover, Neu-Isenburg, Offenburg, Mettmann, Potsdam, Kornwestheim, Rastatt, Braunschweig, Hennigsdorf und Brühl, dort sollen bis Ende 2011 rund 160.000 Haushalte erreicht werden.

Wenn Sie wissen wollen, ob FTTH an Ihrem Standort verfügbar ist, müssen Sie sich bei einem der genannten Betreiber erkundigen.

FTTH nur für wenige erreichbar

Bei FFTH werden die Daten über ein Glasfasernetz per Lichtstrahl gesendet, sie sind also mit Lichtgeschwindigkeit unterwegs. Die Glasfaser ist nach außen optimal abgeschirmt, störende Einflüsse von nahe gelegenen Stromleitungen beispielsweise gibt es hier nicht – die Lichtsignale werden davon nicht beeinflusst. Das ermöglicht es, große Datenpakete in sehr kurzer Zeit über solche Leitungen zu schicken.

Glücklich ist, wer so einen Anschluss hat, für ihn gibt es beim Multimedia-Angebot keine Grenzen mehr: Ganze Großfamilien oder Wohngemeinschaften können gleichzeitig surfen Fernsehen per Internet schauen und übers Internet telefonieren – alles kein Problem. Auch die neuesten Fernsehgeräte mit Funktionen wie hochauflösendes Fernsehen in 3D oder  Fernsehgeräte mit integrierter Videokonferenz-Funktion brauchen solche schnellen Datenleitungen.

Doch der Glücklichen sind nur wenige, FTTH wird in Deutschland einstweilen nur an einigen wenigen Flecken angeboten. Rund 140.000 Haushalte hatten im Juni 2010 einen solchen Anschluss, das waren gerade mal 0,4 Prozent aller deutschen Haushalte.