FTTH-Anbieter

In Deutschland gibt es derzeit vier große Anbieter, die FTTH-Anschlüsse verkaufen. Drei davon sind regional tätige Unternehmen, während die Telekom in ganz Deutschland tätig ist. Der Ausbau des FTTH-Angebotes ist auch bei der Telekom nur sehr punktuell, allerdings auf keine Region festgelegt. Bei den regionalen Anbietern ist der Glasfaseranschluss ebenfalls nicht im ganzen Verbreitungsgebiet sondern nur in bestimmten Teilen vorhanden.

Dazu kommt der eine oder andere kleine Anbieter, diese bieten nur in bestimmten Orten einen Glasfaseranschluss oder den Ausbau zu einem Glasfaseranschluss an.

Die Telekom

Die Deutsche Telekom bietet in zehn deutschen Städten FTTH an. Aber Vorsicht, wenn Sie Ihre Stadt auf der Ausbauliste sehen, heißt das noch nicht, dass Sie Glasfaser-Internet beziehen können. Die Telekom baut nämlich einstweilen nur bestimmte Stadtteile aus. Die Städte sind im Gegensatz zu den regionalen Anbietern über das ganze Bundesgebiet verteilt.

Zur Auswahl stehen dann drei Tarife: einmal mit Surfen und Telefonieren, zweimal mit einem TV-Angebot dazu. Der Download liegt bei 100 Mbit/s, gegen einen Aufpreis kann man 200 Mbit/s buchen. Daten sendet man mit 50 Mbit/s, gegen Aufpreis sind es 100 Mbit/s. Den passenden Router, den Speedport Fiber, mietet man für einen monatlichen Betrag oder erwirbt ihn gegen eine einmalige Gebühr.

M-Net

Wer in München, Augsburg oder Erlangen in einem Gebiet mit Glasfaseranschluss lebt, kann bei M-Net einen solchen bestellen. Weitere Gebiete in Bayern sollen folgen; bis 2013 will M-Net 30.000 Haushalte versorgen. Das Unternehmen bietet Anschlüsse mit bis zu 100 Mbit/s im Download an. Die Abstufungen liegen bei 25 Mbit/s im Download und 2,5 Mbit/s im Upload, 50 Mbit/s und 5 Mbit/s sowie bei 100 Mbit/s und 10 Mbit/s.

Netcologne/Netaachen und die EWE AG

Im Raum Köln/Aachen verkaufen die Schwesterunternehmen Netcologne und Netaachen Glasfaseranschlüsse bis zum Gebäude oder bis ins Innere des Gebäudes (FTTB). Zusammen versorgen sie bislang rund 180.000 Wohneinheiten mit ihrem Glasfasernetz. Es gibt drei Tarifstufen: 25 Mbit/s im Download und 1,5 Mbit/s im Upload, dann 50 Mbit/s und 2,5 Mbit/s, sowie schließlich 100 Mbit/s und 5 Mbit/s.

Die EWE AG mit ihren Marken Ewe Tel und Martens verkauft vor allem in Norddeutschland und in Teilen Nordrhein-Westfalens Glasfaseranschlüsse. In Raum Ems-Weser-Elbe bietet die EWE AG über diese Leitungen den klassischen Dreier aus Telefonanschlüssen, Internet und Fernsehen. Im Basispaket gibt es 35 Mbit/s beim Empfangen von Daten und 5 Mbit/s beim Senden von Daten. Ein schnelleres Paket bietet 50 Mbit/s im Download und 10 Mbit/s im Upload.

In Hamburg ist die EWE-AG-Marke Martens tätig und bietet Glasfaseranschlüsse über FTTB an. Kunden sind die Wohnungswirtschaft, der  Bauverein der Elbgemeinden eG, die Baugenossenschaft der Buchdrucker eG, der Altonaer Spar- und Bauverein eG  oder die Hamburger Lehrer-Baugenossenschaft eG. Die Anschlüsse sind symmetrisch, Senden und Empfangen geht also mit der gleichen Geschwindigkeit. Die Datenraten liegen hier je nach Tarif zwischen 50 und 300 Mbit/s.

Viele kleine Anbieter bauen Glasfaserkabel aus

Neben der Telekom und den großen, regionalen Anbietern betätigen sich auch Gemeinden und Stadtwerke beim Glasfaserausbau. Zwei Beispiele: Die vergleichsweise wohlhabende kleine Schwarzwaldgemeinde Sasbachwalden – rund 2400 Einwohner – hat sich ein eigenes Glasfasernetz (FTTB) gegönnt, das nun von einem Unternehmen betrieben und vermarktet wird. Das kommunale Versorgungsunternehmen Stadtwerke Bamberg hat sich die Glasfaserversorgung ihrer ganzen Stadt bis 2020 als Ziel gesetzt und wirbt um Kunden, erste Tarife in einem kleinen Ausbaugebiet (Erba-Insel) werden schon angeboten.

Bei diesem Modell werden oft Leerrohre bei Bauarbeiten verlegt, um für etwaige Kundenanfragen gerüstet zu sein. Finden sich genug Interessenten, werden Glasfaserkabel verlegt und der Weg ins schnell Internet ist frei.

Bei der Glasfaserversorgung werden mittlere regionale und kleine örtliche Anbieter – im Gegensatz zu DSL – eine große Rolle spielen. Für Sie als Verbraucher lohnt sich also eine Nachfrage bei Gemeinde oder Stadtwerken. Vielleicht gibt es bereits ein Angebot oder Sie können sich vormerken lassen und tragen so dazu bei, dass bald Glasfaserkabel auch in Ihrer Straße verlegt wird.