Wie DSL funktioniert, was DSL bietet

Die meisten Deutschen nutzen einen DSL-Anschluss, um ins Internet zu gehen. Wir erklären Ihnen die Technik im Netz – und warum es möglicherweise nicht so schnell geht, wie sie es gerne hätten. Das ist zwar kein Trost – doch immerhin können Sie den Technikern Ihres Anbieters dann ein paar sachkundige Fragen stellen und wissen, wozu die ganzen Kästchen und Anschlüsse bei Ihnen zuhause dienen und wo Sie da möglicherweise noch nachlegen können.

Je mehr Kupfer, desto langsamer

Die Hauptregel in DSL-Netzen lautet: Je mehr Kupfer, desto langsamer. Und je mehr Glasfaser, desto schneller. Für Sie heißt das: Es hängt alles davon ab, wie nahe das Glasfasernetz des Anbieters an Ihrer Wohnung liegt und wie lange die Strecke ist, die vom Glasfaserkabel bis in Ihre Wohnung mit Kupferleitungen überbrückt wird. Und es hängt auch von der Qualität der Kupferleitungen ab. Diesen Faktor können Sie bei einem DSL-Anschluss nicht beeinflussen – Sie müssen die Leitungen nutzen, die bei Ihnen am Wohnort vorhanden sind, einschließlich der Telefonleitungen, die im Haus verbaut sind.

Bei Festnetzen, die noch nicht ausgebaut sind, fängt die Kupferleitung bei DSL-Anschlüssen schon an der Vermittlungsstelle an, läuft von da bis zum Verteilerkasten am Straßenrand, in Ihr Haus und da geht es dann gleichfalls per Kupferkabel weiter (siehe Grafik). Damit können Sie natürlich kein Spitzentempo erwarten, hier reicht es für normale DSL-Anschlüsse – mit unterschiedlichem Tempo, je nach Länge der Kupferstrecke.

Deutlich besser sieht es aus, wenn die Glasfaser bis zum Verteilerkasten reicht, dann gibt es VDSL-Tempo, also ab 25 Mbit/s. Vom Verteilerkasten ab geht es dann bis in Ihre Wohnung ebenfalls mit Kupfer. Noch schneller geht es, wenn man die Strecke vom Verteilerkasten bis in Ihr Haus ebenfalls mit Glasfaser bewältigt – diese Anschlüsse werden meist unter der Bezeichnung FTTH-Anschlüsse vermarktet. Technisch gesehen unterscheidet man zwei Arten von Anschlüssen: Bei FTTB reicht die Glasfaser bis ins Gebäude – beispielsweise den Keller – von dort geht´s weiter per Kupferkabel in die Wohnung. Bei FTTH geht es direkt bis in die Wohnung mit Glasfaser.

Das DSL-Netz ist ursprünglich ein Telefonnetz

Das DSL-Netz in Deutschland ist aus dem Telefonnetz entstanden, es war ursprünglich auf Telefonieren ausgelegt. Folglich gehen Sie mit einem DSL-Anschluss immer noch über die Telefonbuchse ins Internet.

Über Ihre Telefonleitung läuft also gleichzeitig die Internetverbindung und das Telefon, diese beiden Dienste kommen auch gleichzeitig in der Telefonbuchse an. Dort müssen Sie voneinander getrennt werden, damit Sie Ihnen unabhängig voneinander zur Verfügung stehen – es sei denn sie telefonieren ebenfalls übers Internet, diese Technik nennt man dann Voice over IP, manche sprechen auch von Next Generation Networks.

Nehmen wir an, Sie haben einen normalen ISDN-Telefonanschluss. Dann kommt Telefon und Internet gleichzeitig aus der Telefondose und muss wie schon gesagt getrennt werden. Diese  Aufgabe übernimmt der sogenannte Splitter – er trennt die Daten aus Datenleitung und Telefonleitung. Den Splitter schließt man direkt an die Telefonbuchse an, an den Splitter werden die ISDN-Telefonanlage und der Router oder das Modem angeschlossen. Dann können Sie telefonieren und ins Internet gehen und alles über eine Leitung.

Haben Sie keine ISDN-Leitung, sondern telefonieren übers Internet, wird das Telefon ebenfalls am Router eingestöpselt – da alles übers Internet läuft, müssen Sie die Daten ja nicht mehr trennen.

Ihr Telefonanschluss: ISDN oder übers Internet

Womit wir schon beim nächsten Kapitel wären, nämlich Ihrem Telefonanschluss. Sie können prinzipiell zwei Techniken nutzen: Einen normalen Telefonanschluss, ein sogenannter ISDN-Anschluss, er bietet derzeit die meisten Funktionen und entschieden die beste Qualität. Oder Sie haben einen Internet-Telefonanschluss.

Meist haben Sie nicht die Wahl: ISDN-Anschlüsse gibt es in der Regel bei der Telekom, Internet-Telefonie bei allen anderen Anbietern. Die Telefonanschlüsse werden in einem Paket verkauft mit Internet-Tarifen verkauft und meistens machen die Betreiber keine Angaben zur verwendeten  Technik. Sie sollten sich aber genau erkundigen, was für eine Technik benutzt wird, denn es gibt einige Unterschiede.

Internet-Telefonie bietet heute hinreichend Qualität für einen normalen Hausanschluss. Allerdings variiert die Zahl der Telefonnummern, die man gleichzeitig betreiben kann je nach Anbieter – mal ist es eine, mal sind es vier. Das gleiche gilt dann für Telefonate, die gleichzeitig über den Anschluss geführt werden können, oft kann nur einer, manchmal können auch zwei gleichzeitig anrufen. Und Sie sollten sich auch genau anschauen welche Zusatzdienste Anklopfen, Halten oder Makeln mit dem Internet-Telefon möglich sind. Und sich überlegen ob Sie diese brauchen.

Mit einem ISDN-Anschluss haben Sie das volle Telefonprogramm und das in bester Sprachqualität.