VDSL 100 – Neue VDSL-Generation verdoppelt Datenraten

Lange Zeit boten VDSL-Anschlüsse nicht mehr als 50 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) im Download und waren damit deutlich langsamer als Kabelanschlüsse. Mittlerweile haben Anbieter wie die Telekom Deutschland, Vodafone oder o2 VDSL 100 und damit Datenraten bis zu 100 Mbit/s eingeführt.

Vectoring ermöglicht 100 Mbit/s

Die DSL-Technik hing in den letzten Jahren dem Kabel-Internet deutlich hinterher – vor allem was die Geschwindigkeiten angeht. Während Kabel-Anbieter bereits Datenraten bis zu 200 Mbit/s vermarkteten, kam man bei DSL-Anbietern über 50 Mbit/s nicht hinaus. Mittlerweile bieten viele DSL-Anbieter – darunter die Telekom, Vodafone, o2 und 1&1 – mit der Technik VDSL Vectoring Geschwindigkeiten bis zu 100 Mbit/s im Download an. Im Upload steigt die Maximal-Geschwindigkeit von 10 auf 40 Mbit/s.

Ermöglicht wird die Verdopplung der Download-Raten durch die sogenannte Vectoring-Technik. Dabei handelt es sich um einen Datenturbo für das Kupferkabel. Vectoring verhindert jene elektromagnetischen Störungen, die zwischen den Kupferleitungen – die vom Multifunktionsgehäuse am Straßenrand zum Router in der Wohnung verlaufen – entstehen.

VDSL 100 vorerst in kleineren und mittleren Städten

Die Telekom geht noch einen Schritt weiter: Sie ersetzt die Kupferkabel durch Glasfaserkabel. Das Glasfaserkabel wird noch näher zum Kunden verlegt, womit bereits die Basis für weitere Entwicklungsstufen gelegt ist.

Vorerst werden aber vor allem Gegenden von VDSL 100 profitieren, die bisher mit Breitband-Internet unterversorgt waren. Dies betrifft unter anderen mittelgroße Städte wie Cottbus, Dinslaken, Göttingen, Heilbronn, Herne, Münster, Peine, Recklinghausen, Velbert oder Wittenberg. In Großstädten stehen vorerst weiterhin maximal 50 Mbit/s zur Verfügung.

VDSL-100-Tarife ab 15 Euro im Monat

Für den VDSL-100-Tarif der Telekom („Magenta Zuhause L“) zahlt man monatlich 39,95 Euro. Bei Vodafone schlägt der Tarif „Internet & Phone DSL 100“ mit monatlich 29,99 Euro zu Buche. Der Preis gilt aber nur für die ersten zwölf Monate der 24-monatigen Laufzeit. Ab dem 13. Monat werden 44,99 Euro berechnet.

Bei o2 kostet „o2 DSL All-in XL 100.000“ in den ersten drei Monaten 14,99 Euro, ab dem vierten Monat 34,99 Euro und ab dem 13. Monat 39,99 Euro. Zudem reduziert o2 die Datenraten ab einem verbrauchten Volumen von 500 Gigabyte (GB) auf 2 Mbit/s. Der Vorteil bei o2: Der Tarif kann auch ohne Vertragslaufzeit gebucht werden. Bei 1&1 gibt es die „Doppel-Flat VDSL 100.000“ für monatlich 34,99 Euro (ab dem 25. Monat sind es 44.99 Euro).  

Die richtige Hardware finden

Wer VDSL 100 nutzen möchte, braucht einen entsprechenden Router. Ältere Modelle unterstützen die Technik nicht. Wer hingegen bereits eine neuere FritzBox nutzt, die beispielsweise von 1&1 angeboten wird, hat Glück. Sowohl alle VDSL-fähigen FritzBox-Modelle (unter anderem die FritzBox 7490 und 3490) als auch Vodafones neue Easybox 904 sind nach einem Update startklar für VDSL 100. Das gilt auch für die älteren FritzBox-Versionen 7390 oder 3390.

Die Telekom vermietet für monatlich 4,95 Euro den Speedport W 724V. o2 vermarktet zum Tarif ebenfalls verschiedene FritzBox-Modelle. Aber: Laut computerbild.de funktioniert die bei o2 vermarktete FritzBox 7490 nur, wenn man sie direkt bei o2 geliehen beziehungsweise bestellt hat. Baugleiche Modelle aus dem freien Handel funktionieren mit dem o2-Tarif nicht.

Autor: ES