DSL Geschwindigkeit

Mit DSL wird in Deutschland eine Vielzahl von Internetverbindungen beworben, die alle teils sehr unterschiedliche Geschwindigkeiten aufweisen, sowohl beim Empfangen von Daten als auch beim Senden.

Doch auch die Geschwindigkeit zwei gleicher Anschlüsse kann stark abweichen. Wie schnell die Daten beim Nutzer ankommen, hängt von mehreren Faktoren ab – eine Rolle spielen die Länge und Beschaffenheit der Kabel sowie die Hardware des Nutzers.

Mit ADSL2+ bis zu 24 Mbit/s – theoretisch

Einfache DSL-Anschlüsse bieten zwischen ein und zwei Megabit pro Sekunde (Mbit/s) und können fast überall realisiert werden. Damit ist es möglich, zu surfen, E-Mails zu empfangen und über das Internet zu telefonieren (VoIP). Das Versenden von Daten (Upload) ist meist mit etwa 256 bis 384 Kilobit pro Sekunde (kbit/s) möglich. Damit dauert das Senden von E-Mails mit großem Anhang ziemlich lang.

Um Dienste wie Videos auf Youtube und anderen Plattformen, zum Beispiel Mediatheken von Fernsehsendern sinnvoll zu nutzen, ist DSL mit einer Geschwindigkeit von etwa sechs Mbit/s notwendig. Hochauflösende Videos und echtes Fernsehen über das Internet (IP-TV) von Anbietern wie der Deutschen Telekom sind mit diesen Datenraten allerdings noch nicht gut möglich. Auch regelmäßiges Spielen über das Internet und die parallele Nutzung durch mehrere Nutzer – zum Beispiel in einer Familie – ist nur mit Abstrichen möglich.

Um mit mehreren Rechnern das Internet sinnvoll nutzen zu können, sind Datenraten um die 16 Mbit/s notwendig. Bei solchen Anschlüssen – in der Regel über ADSL 2+ – ist auch die Upload-Geschwindigkeit mit etwa einem Mbit/s schnell genug, um auch größere E-Mail-Anhänge in einer annehmbaren Zeit zu versenden. Technisch ist es mit ADSL 2+ möglich, mit bis zu 24 Mbit/s Daten herunterzuladen, doch die deutschen Provider bieten mit dieser Technik  höchstens 16 Mbit/s an.

VDSL

Möchte man eine noch schnellere Verbindung, bucht man einen VDSL-Anschluss – wenn dieser technisch machbar ist vor Ort. Dabei wird das Signal vor allem über Glasfaserkabel mittels Lichtsignalen transportiert. Dadurch erreicht man Geschwindigkeiten von bis zu 52 Mbit/s im Download und etwa 11 Mbit/s im Upload.

Damit kann man auch hochauflösende Fernsehsendungen übertragen und nebenbei noch im Internet surfen und telefonieren. Theoretisch sind sogar Download-Geschwindigkeiten von bis zu 200 Mbit/s möglich, doch wird dies kaum angeboten – in der Regel gibt es Angebote bis maximal 100 Mbit/s.

Wenn die Verbindung zu langsam ist

Die bei Anschlüssen angegebenen Geschwindigkeiten sind aber meist als Maximalwerte zu verstehen. Nicht selten kommt es vor, dass man zwar einen 16-Mbit-Anschluss gebucht hat, aber nur zwei Mbit aus der Leitung kommen. Die möglichen Gründe hierfür sind vielfältig.

Zwischen dem Anbieter und dem Kunden ist eine Reihe von Vermittlerstellen installiert, bei denen jeweils mehrere Teilnehmeranschlussleitungen zusammenlaufen. Je weiter man von so einer Vermittlerstelle – man nennt sie DSLAM (Digital Subscriber Line Access Multiplexer) – entfernt ist, desto langsamer wird die Verbindung.

Auch ist entscheidend, wie viele Teile der Leitungsstrecke über Glasfaserkabel oder über Kupferdrähte laufen. Je weiter die Strecke mit Glasfaserkabeln ausgebaut ist, desto schneller wird die Verbindung. In den meisten Häusern sind Kupferkabel verlegt, das heißt, dass dort maximal bis zur Hauswand Glasfaserkabel verlegt werden können. Die Beschaffenheit der Kupferkabel kann gerade bei älteren Leitungen zu Leistungsabfall führen.

Generell kann man recht wenig tun, wenn nicht die erwünschte Geschwindigkeit erreicht wird. Von Seiten der Anbieter wird meist darauf verwiesen, dass die Tarife mit der Klausel „bis zu…“ verkauft werden. Eine Minderung des Tarifpreises ist oft eine Sache der Kulanz.