02.02.2017

Telekom Deutschland kooperiert im Breitbandausbau

Die Telekom Deutschland sucht für den Ausbau des schnellen Breitbandinternets Kooperationspartner. Zuvor muss der bonner Konzern aber Schadensbegrenzung betreiben. Für diese Aufgabe soll die Telekom Johannes Pruchnow abgeworben haben, früherer Versatel-Chef, Telefónica-Manager und Ex-Vizepräsident des Verbandes Breko.

Quelle: Telekom

Sinneswandel bei der Telekom

Die Telekom will beim künftigen Breitbandausbau auf Kooperationen setzen. Das sind ganz neue Töne, immerhin war die Telekom in der Vergangenheit eher für ihre Alleingänge sowie – ganz zum Ärger der Konkurrenz – ihre Monopolstellung bekannt.

Als Vorstandsbeauftragter für Breitband-Kooperationen soll Johannes Pruchnow zum Einsatz kommen. Der frühere Versatel-Chef, Telefónica-Manager und Ex-Vizepräsident des Verbandes Breko hat somit die Aufgabe, das zerrüttete Verhältnis zu den Telekom-Wettbewerbern zu kitten.

Kooperationen sollen Kosteneinsparungen bringen

Bereits vor einiger Zeit hatte Niek Jan van Damme, Vorstandsmitglied Deutsche Telekom AG und Sprecher der Geschäftsführung Telekom Deutschland, erklärt: "Wir wollen die Zusammenarbeit vor allem dort verbessern, wo wir bisher nicht selbst ausgebaut haben." Auf diesen Worten folgen nun Taten. Im Januar haben die Telekom und der Energieversorger Innogy, der auch Glasfaser anbietet, ein Gemeinschaftsprojekt gestartet.

Durch solche Kooperationen will die Telekom das schnelle Internet in ländlichen Gebieten kostenschonend ausbauen. Bis jetzt gibt es in vielen ländlichen Regionen kein Breitbandinternet, weil es sich für die Netzbetreiber schlicht nicht lohnt. Doch die Politik hat vorgegeben, dass bis Ende 2018 jeder Haushalt an einen Breitband-Internet-Anschluss mit mindestens 50 Megabit pro Sekunde angeschlossen ist.

Zuversicht auf beiden Seiten

"Viele Themen könnten gemeinsam sehr viel sinnvoller angegangen werden als durch Versuche, neue Monopole zu schaffen", sagt Jürgen Grützner vom Wettbewerbsverband VATM. Generell wird die neue Kooperationsbereitschaft der Telekom bei den Mitbewerbern positiv aufgenommen. "Wir begrüßen den Sinneswandel der Deutschen Telekom und freuen uns auf konstruktive Gespräche", sagt Breko-Chef Stephan Albers. Auch der Bundesverband Glasfaserindustrie ist optimistisch: "Unsere Arme sind offen", unterstreicht Geschäftsführer Wolfgang Heer.

Pruchnow, der die Breitband-Kooperationen leiten soll, gibt sich ebenfalls optimistisch: "Wir sind ganz offen, mit allen möglichen Anbietern zu kooperieren." Grützner vom VATM nimmt ihn beim Wort und will genau beobachten, „ob den Worten auch Taten folgen".

Autor: ES