19.10.2016

Telekom darf Vectoring-Ausbau starten

Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat jetzt ihre Entscheidung zu den Vectoring-Plänen der Telekom bekannt gegeben: der Mobilfunknetzbetreiber darf die Vectoring-Technik im Bereich der Hauptverteiler einsetzen. Dieser Schritt werde entscheidend dazu beitragen, den flächendeckenden Breitbandausbau voranzubringen, meint der Leiter der deutschen Regulierungsbehörde, Jochen Homann.

Datenraten von bis zu 100 Mbit/s

Das sogenannte Vectoring verbessert den Datendurchsatz in den bestehenden Kupferleitungen und kann Übertragungsraten von bis zu 100 Megabit pro Sekunde bieten. Damit ist Vectoring fast doppelt so schnell wie VDSL. Um die Kupferkabel fit für diese hohen Geschwindigkeiten zu machen, ist eine Aufrüstung der Verteilerkästen nötig.

Die Telekom plant diese Investition seit längerem und hatte daher den Vectoring-Ausbau bei der BNetzA beantragt. Dieser Antrag führte auch zu längeren Diskussionen mit der EU-Kommission. Aus technischen Gründen haben nämlich andere Anbieter keinen Zugriff auf die Teilnehmeranschlussleitungen (TAL). Daher würde in erster Linie die Telekom von dem Vectoring-Ausbau profitieren. Brüssel befürchtete Nachteile für den Wettbewerb und leitete eine genaue Prüfung des Antrags ein. Daraufhin wurde ein zweiter Antrag erarbeitet, an dem die EU-Kommission nichts auszusetzen hatte.

Wettbewerber der Telekom sollen miteinbezogen werden

Die BNetzA sieht ihre Arbeit nun als beendet: „Nachdem die EU-Kommission Mitte Juli grünes Licht für unsere Entscheidung gegeben hat und auch die Telekom uns Anfang dieser Woche ihre angekündigte verbindliche Ausbau- und Investitionszusage für den Vectoring-Rollout in den Nahbereichen vorgelegt hat, können wir das Regulierungsverfahren jetzt abschließen“, erklärte der Chef der Behörde, Homann.

Die Wettbewerber der Telekom sehen allerdings nach wie vor eine begründete Kritik an den Ausbauplänen für das Vectoring: Noch sei unklar, wie viele und welche Hauptverteiler den Mitbewerbern offen stünden. Die BNetzA hat nach eigenen Angaben aber versucht, die Wettbewerber der Telekom in ihre Entscheidung mit einzubeziehen. Laut Regulierungsbehörde muss die Telekom der Konkurrenz als Ersatz ein lokales virtuell entbündeltes Zugangsprodukt (VULA) anbieten. Dieser Zugang sollte in seinen Eigenschaften der entbündelten Teilnehmeranschlussleitung (TAL) sehr nahe kommen. Wenn die Mitbewerber der Telekom aufgrund des Vectoring-Ausbaus keinen Zugang zur TAL mehr erhalten können, müsse es einen finanziellen Ausgleich geben, heißt es außerdem in der Entscheidung der Regulierungsbehörde.