09.04.2015

Internet-Nutzer in West-Deutschland surfen schneller als Nutzer im Osten

Das Vergleichs-Portal Verivox hat die Breitband-Internet-Datenraten in Deutschland miteinander verglichen. Das Ergebnis: In südlichen und westlichen Großstädten surfen Nutzer am schnellsten. Am langsamsten ist man hingegen in Sachsen-Anhalt unterwegs.

Berlin liegt im Mittelfeld

Verivox hat die Breitband-Datenraten in Deutschland für das Jahr 2014 analysiert und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass es gravierende Unterscheide bei den Spitzen-Geschwindigkeiten gibt. Bei der Studie wurden die jeweils fünf größten west- bzw. ostdeutschen Städte verglichen.

In Stuttgart, Frankfurt, Köln, Hamburg und München standen durchschnittlich über 50 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) zur Verfügung. In Dresden, Leipzig, Magdeburg, Chemnitz und Halle waren es im Schnitt nur 25 Mbit/s. Auch Berlin kam über einen Mittelwert von 33 Mbit/s nicht hinaus.

Stuttgarter surfen am schnellsten im Internet

Am schnellsten sind die Bewohner in Stuttgart im Internet unterwegs. Dort wurden laut Verivox durchschnittlich bis zu 67 Mbit/s erreicht. Auf Platz zwei und drei folgen Frankfurt am Main mit 65 Mbit/s und Köln mit 61 Mbit/s.

„Es fällt auf, dass die drei schnellsten deutschen Städte zum Versorgungsgebiet des Kabelanbieters Unitymedia Kabel BW gehören“, sagt Sven Ehrmann, Telekommunikationsexperte und Mitglied der Geschäftsleitung bei Verivox. „Vor allem in Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen buchten Kunden ihre Internetverbindung mit Spitzenwerten von bis zu 200 Mbit pro Sekunde.“ Solche Datenraten werden in anderen Bundesländern nur vereinzelt erreicht.  

In Ostdeutschland surft man gemächlicher im Internet

Langsamer geht es in den ostdeutschen Städten vonstatten. Während Dresden noch durchschnittlich auf 30 Mbit/s kommt, sind es in Halle nur noch 20 Mbit/s. Damit ist die Stadt an der Saale das Schlusslicht der Studie. 

„Dieser Unterschied zwischen Ost und West ist seit Jahren messbar und spiegelt sich deutlich in unseren Zahlen wider“, so Ehrmann. „Der Internetausbau in dicht besiedelten Regionen ist für die Anbieter lukrativer. Je geringer die Bevölkerungsdichte, etwa in ostdeutschen Flächenländern, desto höhere Kosten entstehen pro Kopf.“

Breitbandversorgung ist im Westen höher als im Osten

Auch bei der Breitbandversorgung gibt es zwischen Ost und West deutliche Unterscheide. Laut einer Studie des TÜV Rheinland, die im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur durchgeführt wurde, kommt der Osten auf eine Abdeckung von 38 Prozent für Internet-Verbindungen mit über 50 Mbit/s. Im Westen liegt die Abdeckung bei 66 Prozent.

Autor: ES