08.04.2015

Netcologne will VDSL Vectoring anbieten

Der Anbieter Netcologne will sein Glasfasernetz durch VDSL Vectoring ergänzen, um somit Datenraten bis zu 100 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) flächendeckend anbieten zu können. Damit macht der Kölner Anbieter der Deutschen Telekom eine klare Kampfansage, die einen Exklusiv-Ausbau im Nahbereich fordert. Nun muss die Bundesnetzagentur entscheiden.

Netcologne bietet Telekom Paroli

Die Telekom Deutschland will ein Exklusiv-Ausbau-Recht mit VDSL im sogenannten Hvt-Nahbereich. Die Bundesnetzagentur arbeitet gerade an einem Entscheidungsentwurf. In der Zwischenzeit hat Netcologne eine Investitionszusage für sein Ausbaugebiet gemacht. Der regionale Alternativ-Anbieter will VDSL flächendeckend mit bis zu 100 Mbit/s anbieten.

"Wenn es nach der Telekom geht, sollen jetzt die Herzstücke der Ausbaugebiete rund um die Nahbereiche exklusiv an den ehemaligen Monopolisten fallen", erklärt Netcologne in einer Pressemitteilung. Weiter plädiert der Kölner Anbieter für eine faire Wettbewerbslösung.

Kein fairer Wettbewerb gegeben

Netcologne erinnert vor allem an die einberufene Netzallianz beim Bundes­verkehrs­ministerium. Diese Allianz soll den Breitbandausbau in Deutschland gemeinschaftlich von allen Anbietern vorantreiben. Für kleine Regionalanbieter bedeutet das, "dass Chancengleichheit herrschen und ein fairer Wettbewerb sichergestellt werden muss".

Dies sei mit dem aktuellen Antrag der Telekom aber nicht gegeben, findet Netcologne. "Für uns bedeutet Netzallianz Ausbau im Wettbewerb, trotz technisch bedingter Exklusivität", so Netcologne-Geschäftsführer Jost Hermanns. Die bisherige Vectoring-Regelung habe verdeutlicht, dass genau dieses Konzept funktionieren kann. "Das heißt in unseren Augen nicht automatisch, dass die Telekom der alleinige Anbieter sein muss, der ausbaut", so Hermanns weiter.

Netcologne fürchtet das Kippen ganzer Ausbauprojekte

Netcologne plant selbst in den Nahbereichsausbau zu investieren. Der Bundesnetzagentur sagt der Anbieter zu, alle Nahbereiche der von Netcologne erschlossenen Hauptverteiler in ihrem Versorgungsgebiet zu 100 Prozent auszubauen. "Besonders dort, wo wir in den Glasfaserausbau bereits investiert haben, sind natürlich auch die Nahbereiche mit in die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung eingeflossen", sagt Hermanns.

In den letzten Jahren hat Netcologne zudem die Hauptverteiler mit VDSL erschlossen. "Wenn die Nahbereiche jetzt exklusiv an die Telekom vergeben werden, kann das mitunter ganze Ausbauprojekte zum Kippen bringen“, befürchtet Hermanns. Entscheidet sich die Bundesnetzagentur für die Telekom, würde das die "bereits getätigten Investitionen konterkarieren".

Autor: ES