21.01.2015

Breitbandausbau im Vergleich: Deutschland hat Nachholbedarf

Deutschland liegt im Breitbandinternet-Ausbau im internationalen Vergleich weit zurück. Während beim Spitzenreiter Südkorea durchschnittliche Datenraten von 25,3 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) zur Verfügung stehen, sind es hierzulande gerade mal 8,7 Mbit/s. Dies geht aus dem Akamai-Report "State of the Internet Q3 2014" hervor.

Asiatische Länder führen Report an

Ein schleppendes Ausbautempo und geringe durchschnittliche Datenraten führen dazu, dass Deutschland im internationalen Breitbandinternet-Vergleich deutlich hinterherhinkt. Dies geht aus dem Akamai-Report "State of the Internet Q3 2014" hervor, der für den Zeitraum Juli bis September 2014 das Voranschreiten des weltweiten Breitbandausbaus untersucht hat.

Die Liste des Reports führt Südkorea an. Dort können Nutzer mit durchschnittlich 25,3 Mbit/s surfen. Es folgen Hongkong (16,3 Mbit/s) und Japan (15 Mbit/s). Deutschland kommt nur auf einen Durchschnittswert von 8,7 Mbit/s und belegt damit Platz 31.

Deutschland setzt auf VDSL – international liegt der Fokus auf Glasfaser

Laut der Studie kann Deutschland innerhalb eines Jahres zwar einen Tempo-Zuwachs der Internetzugänge von 13,8 Prozent aufweisen. Doch bei anderen Ländern geht der Breitband-Ausbau deutlich schneller vonstatten. Den schnellsten Zuwachs bei den durchschnittlichen Internetgeschwindigkeiten konnte China mit 33,4 Prozent verbuchen. Zudem wird international mehr auf Glasfaser gesetzt, während in Deutschland hauptsächlich VDSL und Vectoring zum Einsatz kommen.

79 Prozent der Internetanschlüsse in Deutschland bieten Geschwindigkeiten von mindestens 4 Mbit/s. Das bedeutet Platz 29. Aber nur 23 Prozent der Anschlüsse unterstützen 10 Mbit/s oder mehr (Platz 35). Über 15 Mbit/s bieten hierzulande 9,1 Prozent der Internetanschlüsse (Platz 34).

Auch beim mobilen Internet gibt es Schwächen

Beim mobilen Internet sieht es in Deutschland nicht besser aus. Zwar werben die Netzbetreiber mit LTE-Geschwindigkeiten von über 200 Mbit/s. Doch in der Praxis werden diese Werte nicht erreicht. Durchschnittlich können mobile Nutzer hierzulande mit 5,4 Mbit/s surfen. Mehr zu diesem Thema finden Sie auf www.lte-geschwindigkeit.de.

Lediglich 18 Prozent der mobilen Internetverbindungen bieten mehr als 4 Mbit/s. Auch hier liegt Südkorea an der Spitze. Durchschnittlich kann man in dem asiatischen Land mit 18,2 Mbit/s mobil online gehen.  

Autor: ES