08.01.2015

Glasfaserausbau in Deutschland 2015: Langsam und teuer

Der Glasfaserausbau in Deutschland ist vor allem eins: schleppend. Bundesweit stehen erst rund 1,7 Millionen Glasfaser-Anschlüsse zur Verfügung. Der Grund: Die erforderlichen Tiefbauarbeiten kosten Zeit und Geld. Eine neue Technik soll nun Abhilfe schaffen.

Quelle: Telekom

Neue technische Lösung soll Ausbau-Geschwindigkeit verdoppeln

Glasfaser-Internet konnte in Deutschland bisher noch nicht richtig Fuß fassen. Grund dafür sind die hohen Investitionen und der ebenso hohe technische Aufwand für das Verlegen der Glasfaserleitungen. Eine neue technische Lösung soll das Ganze nun günstiger machen, wie aus einem Bericht der WirtschaftsWoche hervorgeht.

Die Deutsche Glasfaser GmbH, eine Tochtergesellschaft des niederländischen Baukonzerns Reggeborgh, will das neue Verfahren einsetzen. Damit könnte sich die Geschwindigkeit des Ausbaus verdoppeln.

Bis zu 80 Prozent der Kosten einsparen

Laut der WirtschaftsWoche koste der Anschluss eines Haushalts an das Glasfasernetz bei Einsatz der neuen Technik rund 1.000 Euro statt der bisher üblichen 5.000 Euro. Aufgrund des neuen Fräsverfahrens seien tiefe Grabungen zur Verlegung der Glasfaserkabel nicht mehr nötig. Benötigt werde stattdessen nur noch ein rund 20 Zentimeter tiefer Schlitz im Bürgersteig. Mit dieser neuen Lösung könnten rund 80 Prozent der Tiefbaukosten eingespart werden.

Die Deutsche Glasfaser GmbH plant für 2015 eine Verdopplung des Ausbautempos und eine Vervierfachung innerhalb von vier Jahren. Der Bedarf nach Glasfaser-Internet ist laut der Deutschen Glasfaser GmbH groß: "14 Millionen Haushalte in Deutschland besitzen keinen internetfähigen TV-Kabelanschluss und werden auch von der Deutschen Telekom vernachlässigt", so Geschäftsführer Peter Kamphuis gegenüber der WirtschaftsWoche.

Nur 385.000 Glasfaser-Haushalte in Deutschland

Dennoch: Im internationalen Vergleich ist das Angebot an schnellen Glasfaseranschlüssen recht bescheiden. Auch die Nachfrage hinke im Vergleich zu anderen Ländern stark hinterher. Deutschlandweit nutzen nur 385.000 Haushalte einen Glasfaseranschluss.

Reggefiber, eine Schwestergesellschaft der Deutschen Glasfaser GmbH, zeigt, dass dies nicht so bleiben muss. In den Niederlanden stellt das Unternehmen bereits 1,9 Millionen Glasfaseranschlüsse zur Verfügung. Innerhalb eines Jahres seien dort bis zu 450.000 Haushalte an das Glasfasernetz angeschlossen worden. Auch für Deutschland zeigt man sich optimistisch. Laut der Deutschen Glasfaser GmbH könne hierzulande noch ein größerer Ausbau gelingen.

Autor: ES