08.12.2014

Download-Geschwindigkeiten geringer als beworben

Die Surfgeschwindigkeiten bei Internet-Datenflatrates liegen in der Realität deutlich unter den beworbenen Maximal-Werten. Dies fand nun die Bundesnetzagentur heraus, die Internet-Verträge im Rahmen einer Studie untersucht hat.

Nur 16 Prozent erreichen versprochene Übertragungsraten

Die Abweichung zwischen beworbener und tatsächlicher Surfgeschwindigkeiten bei Internet-Flatrates ist größer als gedacht. Dies fand die Bundesnetzagentur im Rahmen einer Studie heraus. 2013 erreichten 77 Prozent der Nutzer Datenraten, die mindestens der Hälfte der vermarkteten Surf-Geschwindigkeit entsprachen. Lediglich 16 Prozent konnten mit der versprochenen Download-Geschwindigkeit oder noch schneller surfen.  "Hier hat sich unter anderem gezeigt, dass die Anbieter gar keine oder nur wenig belastbare Aussagen zur realisierbaren Datenübertragungsrate machen", stellt der Bundesnetzagentur-Sprecher Michael Reifenberg fest. "Der Endkunde weiß nur vage, mit welcher Leistung er konkret rechnen kann."

Und das, obwohl die Internet-Flat-Anbieter laut dem Fachblog www.umts-stick.de verpflichtet sind, zumindest im Kleingedruckten konkrete Angaben über die tatsächliche Surf-Geschwindigkeit und andere Leistungen zu machen.

Geringe Datenraten nicht einfach hinnehmen

Deutlich geringere Download-Geschwindigkeiten müssen nicht akzeptiert werden. Zuerst sollte der Nutzer klären, ob irgendwelche Störfaktoren die Übertragungsraten ausbremsen, mit denen die Anbieter nichts zu tun haben. Direkt beim Anbieter sollte man sich nur beschweren, wenn die Geschwindigkeit dauerhaft zu niedrig ist. "Es reicht nicht aus, dass es einmal eine Störung gibt", erklärt Katja Müller von der Verbraucherzentrale Berlin. Der Kunde sei in der Pflicht, mithilfe eines Protokolls nachzuweisen, dass die Geschwindigkeit niedriger ist, als beworben.

Mithilfe von Speedtests im Internet können Nutzer ihre Speedraten messen. Dieser Vorgang sollte mehrmals wiederholt werden, um aussagekräftige Daten zu bekommen. Zudem sollte die in den Router-Einstellungen angezeigte Speedrate ins Protokoll aufgenommen werden.

Höhere Geschwindigkeits-Abweichungen im UMTS- und 4G-Mobilfunk-Bereich

Weichen die gemessenen Download-Geschwindigkeiten ständig von den versprochenen Werten ab, setzt der Kunde seinem Funknetz-Betreiber zunächst eine Frist zur Behebung des Problems. Erfolgt dies nicht, kann Schadensersatz verlangt werden. "Dazu muss man den Schaden nachweisen", erklärt Müller. "Unter Umständen kommt auch eine Kündigung wegen Unzumutbarkeit des Vertrags infrage."

Bei Mobilfunk-Datenflatrates sind große Abweichungen zwischen theoretischen und tatsächlichen Datenraten keine Seltenheit. Nicht zuletzt, weil ab einem bestimmten verbrauchten Datenvolumen die Geschwindigkeit gedrosselt wird. Bei DSL-Tarifen ist die Problematik eher selten zu finden. Aber auch hier gibt es Drossel-Tarife, die im Vergleich zu DSL-Anschlüssen mit unlimitiertem Volumen günstiger vermarktet werden.

Autor: Boe