30.10.2014

Kabel-Anbieter beliebter als DSL-Betreiber

Kabel-Internet wird immer beliebter. Während das Interesse für schnelles DSL offenbar schwindet, nutzen immer mehr Kunden einen Kabel-Internet-Anschluss.

700.000 Neukunden für Kabel-Anbieter

Kabelnetzbetreiber hängen ihre DSL-Konkurrenz immer weiter ab. Das ist ein Ergebnis der aktuellen TK-Marktstudie 2014 des Branchenverbandes VATM, die zusammen mit Dialog Consult und Prof. Dr. Torsten J. Gerpott durchgeführt wurde.

In Deutschland gibt es insgesamt 36,8 Millionen Festnetzanschlüsse – inklusive aller Anschlüsse der Telekom, der Wettbewerber sowie der Kabelanbieter. 10,5 Millionen davon werden von den Wettbewerbern betrieben. Das sind 200.000 Anschlüsse weniger als im Vorjahr. Auch die Telekom muss Einbußen hinnehmen. Im Vergleich zu 2013 verliert das bonner Unternehmen 800.000 Anschlüsse und kommt mit 20,6 Millionen Anschlüssen damit noch auf einen Marktanteil von 56 Prozent (Vorjahr 57,6 Prozent).

Allerdings sollte erwähnt werden, dass insgesamt die Anzahl der Festnetzanschlüsse zurückging – nämlich um 300.000. Ein deutliches Wachstum können hingegen die Kabelanbieter verbuchen. 2014 entschieden sich 700.000 Neu-Kunden für Kabel-Internet. Damit liegt der Marktanteil der Kabelanbieter bei 15,5 Prozent. Das sind zwei Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.

Glasfaser-Ausbau geht voran – Nachfrage bleibt gering

Von den 36,8 Millionen Festnetzanschlüssen handelt es sich lediglich bei 29,4 Millionen Anschlüssen um eine Breitbandleitung. 12,4 Millionen Kunden – das sind 42,2 Prozent – besitzen einen Telekom-Anschluss. 2,3 Millionen Nutzer (7,8 Prozent) surfen über einen Telekom-Resale-Anschluss – also einem Anschluss, der technisch von der Telekom betrieben, aber von anderen Anbietern vermarktet und berechnet wird. 8,5 Millionen Kunden beziehungsweise 28,9 Prozent nutzen einen alternativen DSL-Anbieter, der DSL mit eigener Technik realisiert.

Was die echten Glasfaser-Leitungen betrifft, steigt die Anzahl deutlich. Ende des Jahres können rund 1,6 Millionen Haushalte FTTH oder FTTB nutzen. Das ist ein Plus von 250.000 Anschlüssen. Dennoch bleibt die Nachfrage gering. Ende 2014 bestehen laut Studie nur 385.000 Glasfaserleitungen.

Nur 400.000 Anschlüsse mit Highspeed-Leitungen von 50 Mbit/s

Auch bei Highspeed-Internet-Anschlüssen mit Geschwindigkeiten bis zu 50 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) scheint das Interesse eher gering. Lediglich 1,7 Prozent der Kunden nutzen Datentraten von 50 Mbit/s. Das entspricht 400.000 Anschlüssen – 100.000 mehr als 2013. Etwas höher ist der Anteil von Anschlüssen zwischen 16 und 50 Mbit/s – der liegt nämlich bei 22,6 Prozent. Das sind 1,2 Millionen Anschlüsse mehr als im Vorjahr.

Mit 40,9 Prozent bilden Anschlüsse mit Datenraten zwischen 6 und 16 Mbit/s den Großteil aller Anschlüsse. Zudem weisen noch immer 2,6 Millionen Anschlüsse weniger als 2 Mbit/s auf.

ES