20.08.2014

Handwerksbetriebe wollen schnelleres Internet

Die deutschen Handwerksbetriebe sind unzufrieden mit der Internet-Infrastruktur. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH). Demnach klagt jeder zehnte Betrieb über einen viel zu langsamen Internetanschluss, berichtet das Online-Magazin teltarif.de mit Blick auf die ZDH-Studie.

Handwerker. (Foto: Oliver Hallmann / Flickr Lizenz: CC BY-SA 2.0)

Appell an die Bundesregierung

Jeder fünfte Handwerksbetrieb fühlt sich laut Umfrage durch das Fehlen des schnellen Netzes für die Zukunft nicht gerüstet. Generalsekretär Holger Schwannecke betonte, es sei richtig und dringender denn je, dass die Bundesregierung jetzt das Thema Digitalisierung und digitale Infrastruktur angehe. Das Bundeskabinett will sich noch in diesem Monat mit dem Thema digitale Infrastruktur befassen. Offenbar planen Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD), Innenminister Thomas de Maizière (CDU) und Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) die Erarbeitung einer „Digitalen Agenda“, die anschließend der Bundesregierung vorgestellt werden soll.

Handwerkschef Schwannecke kritisierte, die Digitalisierung im Handwerk wie auch der selbstverständliche Austausch der Betriebe per Internet stocke, weil die Infrastruktur in Deutschland löchrig sei. Bau- und Ausbaugewerbe, Kfz-Handwerk oder die global tätigen gewerblichen Zulieferer seien aber auf schnelle und belastbare Internetverbindungen angewiesen.

M2M-Kommunikation und Internet der Dinge

Viele Betriebe in Deutschland fühlen sich benachteiligt wegen zu langsamer Internetanschlüsse, heißt es in der aktuellen Studie des Handwerker-Zentralverbandes. Generalsekretär Schwannecke mahnte, wettbewerbsintensive Betriebe dürften wegen des schleppenden Ausbaus eines schnellen Netzes nicht vom Wachstum ausgeschlossen werden. Mehr als 50.000 Handwerksbetriebe in Deutschland, darunter insbesondere Unternehmen aus den wichtigen Wachstums- und Dienstleistungsbranchen, beschäftigen sich heute bereits mit dem sogenannten „Internet der Dinge“, sagte Schwannecke. Das Internet of Things (IoT) und die Machine-to-Machine-Kommunikation (M2M) erleichtern und verbessern Arbeitsprozesse, indem sie Hard- und Software intelligent miteinander verknüpfen.

Laut ZDH-Umfrage sehen 70 Prozent der Handwerksbetriebe Marktplätze im Internet als Chance. 74 Prozent wollen die wachsenden Möglichkeiten zur Individualisierung von Produkten für sich nutzen. Generalsekretär Schwannecke forderte daher eine mittelstandsgerechte Digitalisierungsstrategie der Bundesregierung für diese wachstumsorientierten Handwerksbetriebe.

Autor: FN