10.07.2014

O2 führt Drosselung für DSL-Anschlüsse ein

Pläne der Netzbetreiber, die Surf-Geschwindigkeit ab einem bestimmten Verbrauch zu drosseln, stoßen bei den Nutzern in der Regel auf Unverständnis. Manch einer erinnert sich noch an die öffentliche Empörung, als die Telekom ankündigte, DSL-Anschlüsse unter bestimmten Umständen drosseln zu wollen.

Quelle: o2

Nun versucht Telefónica o2 ebenfalls eine DSL-Drossel einzuführen. Natürlich möchte der Netzbetreiber aber ein PR-Debakel wie es die Telekom erlebt hat, vermeiden.

Ab Oktober wird gedrosselt

„Fair Use Vorteil“ nennt Telefónica o2 die Kampagne, bei der es sich im Grunde im eine Drosselung der DSL-Anschlüsse handelt. Die Regelung sollte ursprünglich zum 1. Juli in Kraft treten, neuer Termin ist nun der  1. Oktober 2014. Für den o2-Tarif DSL All-in S gilt allerdings schon jetzt: sind 100 GB an Datenvolumen verbraucht, wird der Anschluss gedrosselt. Ab Oktober greift die Einschränkung auch für Nutzer in den Tarifen DSL All-in M, DSL All-in L und DSL All-in Young. Insgesamt sind aber nur Verträge betroffen, die ab dem 17. Oktober 2013 geschlossen wurden.

Für 14,99 Euro wird Tempo-Bremse aufgehoben

Die neue Regelung soll die besonders intensive Nutzung von DSL-Anschlüssen beschränken. Dabei setzt o2 auf das Prinzip faire Nutzung – daher der Slogan „Fair Use Vorteil“. „Ein durchschnittlicher Internetnutzer verbraucht laut Bundesnetzagentur nur 21 GB im Monat. Damit alle das Internet gleich gut nutzen können, reduzieren wir ab 01.10.2014 und ab einer Nutzung von 300 GB in drei aufeinanderfolgenden Abrechnungsmonaten (dem 14-fachen des Durchschnittsverbrauchs) die Geschwindigkeit auf bis zu 2.000 KBit/s“, so die Argumentation des Netzbetreibers.

Konkret tritt die Drosselung unter folgenden Bedingungen in Kraft: Wer in den genannten DSL-Tarifen in drei Folgemonaten mehr als 300 GB über seinen DSL-Anschluss verbraucht, wird im vierten Monat nach erneuter Überschreitung der 300-GB-Grenze auf ein Surf-Tempo von maximal 2 Mbit/s ausgebremst. Gegen Aufpreis können sich Nutzer von der Tempo-Bremse befreien. Für 14,99 Euro extra hebt der Netzbetreiber die Drosselung für den laufenden Monat wieder auf.

Autor: FN