12.03.2014

Breitband-Ziel der Bundesregierung unrealistisch?

Bis 2014 sollen drei Viertel aller deutschen Haushalte mit breitbandigem Internet ausgestattet sein. So lautet zumindest das von der Bundesregierung geäußerte Ziel. Experten zufolge ist diese Aufgabe jedoch nicht mehr zu bewältigen.

Ende 2012 waren in knapp 55 Prozent der deutschen Haushalte Breitbandanschlüsse mit 50 Megabit pro Sekunde (MBit/s) oder mehr technisch verfügbar. Dies führte der Technologie-Professor Torsten J. Gerpott aus Duisburg bereits vor einem knappen Jahr auf der „19. Handelsblatt-Jahrestagung TK Europa“ an. 

Aufgrund vergangener Entwicklung scheint Ziel unerreichbar

Die Zahlen der letzten Jahre lassen darauf schließen, dass es nicht umsetzbar sein wird, bis 2014 rund 75 Prozent aller deutschen Haushalte mit schnellem Internet zu versorgen. Ende 2010 waren rund 40 Prozent aller Haushalte mit Breitband-Internet ausgestattet, Ende 2011 rund 48 Prozent. Da auch 2012 nur gut die Hälfte aller Deutschen einen entsprechenden Anschluss zur Verfügung hatte, „ist das 75-Prozent-Ziel wohl eher nicht zu schaffen“, so der Experte Gerpott. 

Die Entwicklungen im Breitband-Markt selbst sind unterschiedlich. So konnten die Kabelnetzbetreiber im Jahr 2012 790.000 Neukunden gewinnen, sodass Kabelunternehmen nun 16 Prozent der rund 28 Millionen deutschen Breitband-Haushalte mit einem entsprechenden Anschluss versorgen. Auch die Telekom konnte 162.000 neue Haushalte akquirieren, sie versorgte Ende 2012 44,4 Prozent der Nutzer mit breitbandigem Internet. Die Konkurrenz mit DSL-Anschlüssen hingegen musste einen Kundenrückgang von 269.000 Kunden vermerken, wodurch der Marktanteil aktuell 39,6 Prozent beträgt. 

Autor: BOE