11.03.2014

Bundesnetzagentur entwickelt eigenen Speed-Test für Verbraucher

Die Bundesnetzagentur will Festnetz- und Mobilfunkprovider per Verordnung zu mehr Transparenz verpflichten. Ziel der Maßnahme ist, den Kunden mehr Übersicht über die Telekommunikationsangebote zu verschaffen und eine Auswahl der passenden Produkte zu erleichtern.

In der neuen Verordnung ist auch ein Rechtsanspruch enthalten, der Verbrauchern Informationen zur konkreten Geschwindigkeit ihres Anschlusses garantiert. Das Vorhaben befindet sich in der Prüfungsphase. Um die Rechtsverordnung zu erlassen, müssen zuständige Bundesministerien und der Deutsche Bundestag zustimmen.

Datenraten müssen übersichtlich dargestellt werden

Der Entwurf der Bundesnetzagentur sieht mehrere Vorgaben für die Provider vor: dazu gehört auch ein Speed-Test, den die Agentur entwickelt hat und eigenständig betreiben wird. Bei der Einrichtung eines Anschlusses müssten die Provider ihre Kunden dann auf dieses Werkzeug zur Messung der Übertragungsgeschwindigkeit hinweisen. Alternativ können die Netzbetreiber auch eigene Tools für den Speed-Test bereitstellen. Die Rechtsverordnung sieht vor, dass die vertraglich zugesicherten Bandbreiten und die tatsächlich gemessene Geschwindigkeit für den Endkunden grafisch übersichtlich dargestellt werden.

Mehr Informationen zu den Produkten der Provider

Die neue Verordnung verpflichtet die Anbieter außerdem, Informationsblätter zu jedem gekauften Produkt bereitzustellen. Der Kunde soll so eine Möglichkeit erhalten, sich schnell über die wesentlichen Inhalte eines Vertrags zu informieren. Auch soll genau dargestellt werden, welche Dienste in einem Datenvolumen inklusive sind und welche nicht. In der Pressemitteilung der Behörde heißt es: Die Provider müssen „Kunden zukünftig bereits bei Vertragsabschluss in einem übersichtlichen Informationsblatt über die maximal mögliche Bandbreite sowie die Mindestbandbreite informieren; im Mobilfunkbereich soll nach Möglichkeit auch die durchschnittliche Bandbreite angegeben werden“.

Anbieterwechsel soll erleichtert werden

Die Bundesnetzagentur will auch erreichen, dass Endkunden mehr Informationen zum Anbieterwechsel erhalten. Der Kunde soll in jeder Monatsrechnung über das aktuelle Ende seiner Mindestvertragslaufzeit informiert werden und auch darüber, wo Informationen zum Anbieterwechsel zu finden sind. „Schließlich soll der Endkunde mit der Transparenzverordnung einen Rechtsanspruch gegenüber seinem Anbieter erhalten, die Zugangskennungen und Passwörter zur Nutzung der angebotenen Dienste zu erfahren", erklärt  Jochen Homann, Präsident der Behörde. Damit sei es Verbrauchern möglich, auch Router anderer Hersteller zu nutzen.

Autor: FN