13.01.2014

Breitband-Internetanschluss in Deutschland

Der Bundesnetzagentur zufolge sind nahezu alle Bürger der Bundesrepublik Deutschland mit Breitband-Internet ausgestattet. Allerdings fallen auch Anschlüsse mit nur einem Megabit pro Sekunde (Mbit/s) unter diese Bezeichnung. Auch wenn das Augenmerk auf leistungsfähigere Netze liegt, ist ein gesetzlicher Beschluss zu einem Qualitätsstandard in nächster Zeit jedoch nicht zu erwarten.

„70 Prozent der Haushalte nutzen einen Breitband-Anschluss“, verkündet Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. Ob die Haushalte mit der gebotenen Qualität zufrieden sind, kommt dabei allerdings nicht zur Sprache. Die Bundesnetzagentur versteht unter breitbandigem Internet einen Anschluss mit 1 Mbit/s oder mehr. Bei einer derart niedrigen Übertragungsrate kann jedoch die Internetnutzung kaum Freude machen. 

Fast alle Haushalte mit Internet-Anschluss zu erreichen

Derzeit verfügen 28,4 Millionen Haushalte über Anschlüsse mit einer Bandbreite von mindestens 1 Mbit/s im Download. Laut dem Tätigkeitsbericht der Bundesnetzagentur sind Downloadraten von 1 oder 2 Mbit/s für 99,8, beziehungsweise 98 Prozent aller Haushalte verfügbar. Davon können 58 Prozent der Haushalte einen Anschluss mit 50 Mbit/s oder mehr installieren.

Im Tätigkeitsbericht ist dabei von Fortschritten bei der flächendeckenden Versorgung die Rede. „Besonders erfreulich ist, dass sich auch im ländlichen Raum die Versorgung mit Breitbandanschlüssen deutlich verbessert hat“, erklärt Homann. Der Präsident spielt dabei mitunter auf die Ergänzung von drahtlosen Datenstandards wie LTE an.

Universaldienst Breitbandanschluss zunächst nicht zu erwarten

Die Bundesnetzagentur hält es für wichtig, das „Augenmerk auf den Ausbau hochleistungsfähiger Netze zu richten“, heißt es im Tätigkeitsbericht weiter. Dennoch hält die Regulierungsinstitution eine Aufnahme des Breitbandanschlusses in die Universaldienstverpflichtung nicht für notwendig. Ein „Universaldienst Breitbandanschluss“ würde bedeuten, dass jeder Bürger rechtlichen Anspruch auf einen Breitband-Anschluss erhält.

Beim Universaldienst Telefon ist eine derartige Rechtsgrundlage bereits seit einigen Jahren vorhanden. Es wird also im Telekommunikationsgesetz festgehalten, dass Bundesbürgern im Bereich der Festnetz-Telefonie eine bestimmte Qualität zu einem erschwinglichen Preis zusteht. Im Falle der Breitband-Versorgung müsste insbesondere an der Qualität der Anschlüsse gearbeitet werden, sodass jeder Bundesbürger einen passablen Internetanschluss erhalten kann.

Autor: LS