25.10.2013

Glasfaser statt LTE

Der Freistaat Bayern will den Ausbau von Breitband-Internet intensiv vorantreiben. So sollen bis 2018 eine Milliarde Euro für die Digitalisierung Bayerns bereitgestellt werden. Statt Kupferkabel oder LTE will die Landesregierung auf Glasfaserkabel setzen.

Die Branchenorganisation FTTH Council Europe begrüßt das Vorhaben der Bayern, sich beim Breitbandausbau auf das Glasfasernetz zu konzentrieren. „Besonders wenn öffentliche Mittel genutzt werden, müssen die Breitbandnetze so gestaltet sein, dass sie den Ansprüchen der nächsten Jahre und Jahrzehnte genügen. Dies kann ausschließlich ein Glasfasernetz gewährleisten. Alle anderen Lösungen auf Kupfer- oder Funkbasis können keine ausreichenden Geschwindigkeitsreserven bereitstellen.“, so Hartwig Tauber, Geschäftsführer der Branchenorganisation.

FTTH fordert Ehrlichkeit und Transparenz

In FTTH Council Europe sind mehrere Netzwerkausrüster wie Alcatel-Lucent, Cisco, Motorola, Nokia Siemens Networks, Huawei sowie Glasfaserkabelhersteller zusammengeschlossen. Mit dem Ausbau sollen alle Haushalte und Betriebe dieselbe Chance auf schnelles Internet erhalten. Nur so könne verhindert werden, dass Menschen und Betriebe in Ballungszentren abwanderten.

FTTH Council Europe fordert außerdem Ehrlichkeit und Transparenz, wenn es um den Ausbau geht. „Marketinglügen mit 'Bis-zu'-Geschwindigkeiten und die missbräuchliche Verwendung des Begriffes Glasfaser sollten einer ehrlichen Kommunikation mit dem Kunden weichen.“, so Tauber.

Breitbandausbau ist Staatsaufgabe

Mit der Organisation des Breitbandausbaus ist der bayerische Finanz- und Heimatminister Markus Söder betraut. Nach der Landtagswahl übertrug ihm Ministerpräsident Horst Seehofer die Verantwortung für die Digitalisierung des Freistaates. Im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung bezeichnet Söder die Verfügbarkein von schnellem Internet als eine „Frage der Daseinsvorsorge“ und sieht den Breitbandausbau als Staatsaufgabe an.

Die CSU will in den nächsten Jahren massiv in den Breitbandausbau investieren. Bis 2014 stehen 500 Millionen Euro zur Verfügung um das Glasfasernetz weiterzuentwickeln. Im Wahlprogramm der Christdemokraten ist von einer Milliarde Euro bis 2018 die Rede. „Bis dahin muss Bayern digital erschlossen sein.“, so Söder.

Autor: LS