19.03.2013

Kabelmarkt wächst entgegen dem Trend

Die deutschen Telekommunikationsunternehmen rechnen für die kommenden Jahren mit einem deutlichen Umsatzeinbruch. Laut den Ergebnissen des "Branchenkompass 2013 Tele-kommuni¬kation" sei damit zu rechnen, dass der Umsatz stagniert. Bereits in den vergangenen Jahren war ein deutlicher Rückgang zu beobachten. Im Vergleich zu dem starken Jahr 2005 (68,8 Milliarden Euro) brach der Umsatz seitdem um insgesamt 8 Milliarden Euro auf etwa 60 Milliarden Euro ein.

Der "Branchenkompass 2013“  ist eine Studie des F.A.Z.-Institut, das im Auftrag von der Unternehmensberatung Steria Mummert Consulting Interviews mit Führungskräften ausgewählter Unternehmen der Telekommunikationsbranche geführt hat. Als Gründe für den Wachstumsstopp werten die befragten Experten den intensiven Wettbewerb untereinander und den damit verbundenen hohen Druck bei Innovationen und Investitionen. "Fortschritte in der Telekommunikation ermöglichen vernetzte und mobile Anwendungen, die sowohl für die Industrie als auch für moderne Dienstleistungsunternehmen immer stärker an Bedeutung gewinnen. Der Telekommunikationsmarkt selbst ist in Deutschland allerdings schon seit einigen Jahren gesättigt", sagt der Reinhold Weber, Telekommunikationsexperte bei Steria Mummert Consulting.

Der Kabelmarkt bleibt stabil

Eine positive Entwicklung ist im deutschen Kabelmarkt zu beobachten. Entgegen des Trends entwickelt sich das Breitbandkabelnetz deutlich positiver. Im Jahr 2012 wurde insgesamt ein Umsatz von 4,4 Milliarden Euro erreicht – der bisherige Höchststand in diesem Branchen-Segment. Noch ist der Kabelmarkt mit nur 7,3 Prozent des Gesamtumsatzes der kleinste Teil der Tele­kommuni­kations­branche, dennoch sehen die für die Studie befragten Führungskräfte seine Entwicklung als positives Signal für die gesamte Branche.

Ebenfalls mit besorgter Miene blicken sie auf die Entwicklung des Festnetz und des Mobilfunks. Auch hier sind die Umsätze rückläufig. Vor allem Telekom Deutschland gehört im Festnetzbereich zu den Verlieren. Während das Telekommunikationsunternehmen immer mehr Anteile an dem gesamten Festnetzumsatzes der Branche verliert, konnten seine Wettbewerber hier deutlich zulegen.

Konkurrenz gibt es jedoch auch durch den Mobilfunk. Zwar sind auch hier die Zahlen rückläufig, dennoch konnte der Mobilfunk dem Festnetz in den vergangenen Jahren immer mehr Umsatzanteile abnehmen. Laut des "Branchenkompass 2013“ ist davon auszugehen, dass sich dieser Trend in Zukunft noch verstärken wird. Grund hierfür sei die steigende Nachfrage an mobiler Datenübertragung durch die zunehmende Verbreitung von Smartphones und Tabletcomputern.

Regionale Vermarktung als Erfolgsfaktor

Nach wie vor ein Problem der Telekommunikationsbranche ist die zum Teil schlechte Versorgung regionaler Gebiete. Deshalb liege laut Weber gerade hier der entscheidende Wettbewerbsvorteil für regionale Anbieter. Weber: „Gegen den Branchentrend wachsen können deshalb vor allem Firmen, die in Nischen im Markt ihren Kunden eine höhere Datenrate anbieten können als die Wettbewerber.“ Gefragt sind also eine gezielte regionale Vermarktung und die Fokussierung den weiteren Netzausbau.

Autor: MBR