08.03.2013

LTE als Rettungsanker für zunehmenden Datenverkehr

Der Mobilfunk-Markt wird immer mehr zum Markt für mobiles Internet. Die steigende Nutzung von Smartphones und Tablets führt zu einem ständig steigenden Datenverkehr. Während die Umsätze der Mobilfunk-Anbieter mit Handy-Telefonaten seit 2009 um sieben Prozent zurückgingen, stieg im gleichen Zeitraum der Umsatz mit mobilen Daten um zehn Prozent.

Mobiles Internet wächst

Diese Zahlen veröffentlichte der Branchenverband Bitkom (Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V.) auf Grundlage von Daten des European Information Technology Observatory (EITO). 2013 werde mobiles Internet die treibende Kraft im Mobilfunksektor sein, sagte Jens Schulte-Bockum, Präsidiumsmitglied des Bitkom und Geschäftsführer von Vodafone Deutschland. Der Anteil der Smartphones werde in diesem Jahr auf 81 Prozent steigen und für 96 Prozent des Umsatzes sorgen.

Um der steigenden Datenmenge Herr zu werden müssen die Netzbetreiber kräftig in den Netzausbau investieren. Vor allem die LTE-Datennetze sollen den Datenhunger auffangen. Daher werden bis 2015 Investitionen in Höhe von acht bis zehn Millionen Euro in die neuen LTE-Netze fließen.

Europa bei 4G-Technik spitze: Bundesnetzagentur träge

Schulte-Bockum betont, dass Deutschland in Europa eine Spitzenposition bei LTE belege. Der Ausbau vor allem in den Städten könne jedoch schon weiter fortgeschritten sein, wenn die Bundesnetzagentur die Anträge schneller bearbeiten würde. Derzeit gibt es einen Stau von etwa 7.000 Anträgen, die bei der Bundesnetzagentur auf ihre Bearbeitung warten. "Wir könnten beim Ausbau der mobilen High-Speed-Netze erheblich weiter sein, wenn die Regulierungsbehörde ihre Hausaufgaben gemacht hätte", sagte Schulte-Bockum.

Auch die ausstehende Verlängerung von Mobilfunk-Frequenzen ist für die Branche ein wichtiges Thema. In den nächsten Jahren laufen einige GSM- und UMTS-Lizenzen aus. Deren vorzeitige Verlängerung bis 2020 würde den Unternehmen mehr Planungssicherheit bieten und weitere Investitionen erleichtern während eine Neuvergabe zu Beeinträchtigungen führen würde. Schulte-Bockum fordert ein neues Gesamtkonzept für die Nutzung und Vergabe der Mobilfunkfrequenzen von der Bundesnetzagentur.

Autor: SN