05.02.2013

Glasfaser-Feldversuch: Vodafone und Huawei lassen Daten rasen

In einer Kooperation führte der Netzwerkausrüster Huawei und der Provider Vodafone einen Test in Glasfasernetzen erfolgreich durch. Auf einer Strecke von über 3.000 Kilometern in Mittel- und Süddeutschland wurden enorm hohe Übertragungsraten gemessen.

2 Terabit pro Sekunde bei Praxisbedingungen

In dem Feldversuch wurde ein 20 Mal höherer Datendurchsatz als bei den derzeit genutzten Netzsystemen erreicht. So seien Übertragungsraten von 2 Terabit pro Sekunde (TB/s) möglich gewesen, was ungefähr dem Download von 40 HD-Videos in einer Sekunde entspräche, so die Unternehmen Huawei und Vodafone. Das Besondere an dem Test war, dass er unter Praxisbedingungen durchgeführt wurde, nämlich auf einer Strecke von 3.325 Kilometern.

Moderne Technologien und flexible Übertragungsformate

Huawei gab an, moderne Technologien wie Flex-oDSP (Optical Digital Signal Processing), SD-FEC (Soft Decision Forward Error Correction) und flexible Übertragungsformate eingesetzt zu haben. Netzbetreiber setzen bereits zunehmend auf 100G-Netzwerke, um den schnellen Datenaustausch zu ermöglichen. In derartigen Netzwerken sind Übertragungsraten von bis zu 100 Gigabit pro Sekunde (GBit/s) zu erreichen.

In dem jetzigen Feldtest konnten bis zu 18 solcher 100-GBit/s-Kanäle auf eine Glasfaser geschaltet werden. Möglich machte dies die Technologie CWDM (Coarse Wavelength Division Multiplex), eine Erweiterung der schon bekannten WDM- Technologie. So ließ sich die Kapazität vervielfachen und ein Datendurchsatz von 2 TB/s wurde möglich.

Freude über den gelungenen Test bei den Betreibern

Huawei freute sich über den gelungenen Versuch. „Wir sind an der Spitze beim weltweiten Einsatz von 100G-Netzwerken und haben eine Führungsrolle übernommen, wenn es darum geht, neue Technologien jenseits von 100G zu entwickeln", so Jack Wang, Präsident von Huaweis Transport Network Produktlinie.

Schon seit einigen Jahren werden Tests mit der WDM-Technik durchgeführt, welche auch bereits eingesetzt wird. Schon früher wurden sehr schnelle Übertragungsraten von bis zu 2,5 TB/s erreicht, allerdings nicht unter Praxisbedingungen. Nun ist allerdings bewiesen, dass Netze zu vertretbaren Kosten auch auf den TB/s-Bereich aufgerüstet werden können.

Autor: LS