17.01.2013

Breitband 2013 – ein Ausblick

Im Jahr 2013 wird beim Festnetzinternet weiter die Geschwindigkeit das beherrschende Thema sein. Am Markt behauptet sich, wer hohe Bandbreiten zu bezahlbaren Preisen anbietet. Doch ergeben sich hier für die Telekommunikationsunternehmen verschiedene Schwierigkeiten, vor allem die Kosten für einen Netzausbau schrecken ab.

Kabelanbieter legen zu

Eine Geschwindigkeit von 100 Megabit pro Sekunde – das ist heutzutage auf dem Breitband-Internet-Markt wirklich schnell. Allerdings bieten klassische DSL-Provider diese Geschwindigkeiten nicht an. Die DSL-Verteilerstationen sind so gestaffelt, dass sie teilweise über VDSL 25 oder 50 Mbit/s bieten. Für mehr Leistung wären Glasfaserleitungen bis ins Haus oder die Wohnung notwendig. Stattdessen liegt in der Regel Kupfer zwischen dem Verteiler und dem Haus.

Breitbandkabel-Anbieter, die durchaus 100 Mbit/s anbieten können. Zwar nicht so flächendeckend aufgestellt wie die DSL-Platzhirsche, konnten sie dennoch im Jahr 2012 genauso viele Neukunden gewinnen wie die DSL-Anbieter. Aggressive Tarifangebote wie das kostenlose Upgrade auf 100 Mbit/s für ein Jahr tun hier ihr Übriges.

DSL-Anbieter unter Druck

DSL-Anbieter bauen zwar vor allem auf dem Land und neuerdings auch in den Städten LTE-Netze auf, um per Mobilfunk schnelles Internet mit theoretisch bis zu 100 Mbit/s anzubieten, doch ist das kein wirklicher Ersatz für schnelle kabelgebundene Netze. Zum einen ist die Mobilfunktechnik LTE wie auch UMTS an Funkzellen  gebunden, das heißt, wenn viele Menschen gleichzeitig in einer Zelle surfen, sinkt die Geschwindigkeit für den Einzelnen. Außerdem sind die Datenvolumina für diese Geschwindigkeiten zu niedrig. Wer mit 100 Mbit/s surft, will nicht nach 5 oder 20 GB schon wieder abgebremst werden. Bei maximaler Datenrate hat man das Volumen für einen Monat nach nicht einmal einer Stunde aufgebraucht.

Eine andere Möglichkeit, dem Abwandern datenhungriger Kunden zu den Kabelanbietern entgegenzuwirken, ist der eigene Ausbau von Glasfasernetzen. Doch hier schrecken hohe Investitionskosten ab. Auch müssen die Netzbetreiber ihre Netze für andere Anbieter öffnen, um für Wettbewerb zu sorgen. Diese Aussicht macht einen teuren Ausbau der Netze bei gleichzeitiger langer Amortisationszeit noch unattraktiver. Aktienunternehmen leben schließlich nicht vom Gewinn, der in zehn Jahren zu erwarten ist, sondern von guten Quartalszahlen.

Der Weg, der sich anbietet, ist die staatliche Förderung, beziehungsweise die Eigeninitiative vieler kleiner Gemeinden. Vor allem dann, wenn sich mehrere kleine Gemeinden zusammenschließen und mit mehreren Netzbetreibern in Verhandlungen über eine Kooperation treten, kann man positive Ergebnisse erwarten, die alle Beteiligten zufriedenstellen: Die Anwohner bekommen bezahlbares Internet mit hoher Geschwindigkeit, die Betreiber halten die Kosten durch Förderung und staatliche Beteiligung überschaubar und die Gemeinden schließlich können mit einem guten Standortvorteil mehr aufwarten. Das bringt nicht nur neue Einwohner, sondern vor allem Gewerbesteuer zahlende Firmenkunden.

Autor: KN