12.11.2012

Festnetzanschluss nicht abmelden

Viele Mobilfunker vermarkten mittlerweile Angebote, in denen der Kunden neben der Mobilfunknummer auch eine Festnetznummer für das Smartphone erhält. Für Mobilfunk-Experten ist dies jedoch kein Grund, den guten alten Festnetzanschluss gleich abzubestellen.

Beschränkte Homezone

Alle deutschen Netzbetreiber bieten zu ihren Mobilfunktarifen eine Festnetznummer für das Smartphone an. Die Telekom Deutschland, Vodafone und o2 verlangen dafür etwa 5 Euro zuzüglich zur Monatsgebühr. Die sogenannte Homezone – also jener Bereich, in dem Kunden über die Festnetznummer erreichbar sind – ist dabei auf einen bestimmten Radius begrenzt. Bei E-Plus erhalten Kunden einer Festnetz-Flatrate die Festnetznummer ohne zusätzliche Kosten dazu. Zudem ist der Nutzer über seine Festnetznummer nicht nur innerhalb der Homezone, sondern deutschlandweit erreichbar.

Dieses Konzept der Mobilfunker hat durchaus Erfolg. Laut dem Jahresbericht 2011 der Bundesnetzagentur wurden 107 Milliarden Gesprächsminuten über die Mobilfunknetze geführt. 2005 lag die Minutenanzahl noch bei 43 Milliarden. Das Gesprächsvolumen im Festnetz hat im gleichen Zeitraum hingegen leicht abgenommen – von rund 198 Milliarden Gesprächsminuten (2005) auf gut 192 Milliarden Minuten (2011).

Günstige Preise, keine Funklöcher

Experten raten trotz dieser Entwicklung davon ab, den Festnetzanschluss gleich abzumelden.  

Laut dem Vergleichsportal Verivox seien die zahlreichen Angebote von Komplettpaketen, die eine DSL- und Festnetz-Flatrate miteinander verbinden, ein wesentliches Argument für den stationären Telefonanschluss. Zudem seien die Preise um 20 Euro im Monat sehr günstig.

Ein weiterer Vorteil: Im Zuge des Smartphone-Booms sind in Ballungszentren die Mobilfunknetze oft überlastet. Darunter leiden sowohl Übertragungsgeschwindigkeit als auch Sprachqualität. Für den Festnetzanschluss ist ein Funkloch hingegen ein Fremdwort. Somit ist man zuhause praktisch immer erreichbar.

Vodafone will Festnetzanschluss durch LTE ersetzen

Wenn es nach Vodafone geht, soll LTE – ein Mobilfunkstandard der vierten Generation – den Festnetzanschluss in den nächsten Jahren ersetzen. Der Netzbetreiber plant sein Festnetz-Geschäft komplett zu begraben, sobald LTE flächendeckend zur Verfügung steht. LTE sei wie dafür geschaffen, "ein vollwertiger Ersatz für stationäre Lösungen" zu werden, so Friedrich Joussen, ehemaliger Vodafone-Deutschland-Chef. Die Kunden hätten die Wahl: "Mobil mit der Zukunftstechnologie LTE oder stationär mit weniger Komfort."

Das LTE-Angebot hat bisher aber einen entscheidenden Nachteil: Die monatlichen Kosten von bis zu 100 Euro sind im Vergleich zu einer DSL-Festnetz-Flatrate deutlich überteuert.

Autor: ES