05.07.2012

Bundesnetzagentur berechnet „Entgeltleistungen“ neu

Festnetz-Anbieter müssen für die Anmietung der so genannten „letzten Meile“ ein bestimmtes Entgelt an die Telekom Deutschland bezahlen. Diese Gebühr hat die Bundesnetzagentur mit Wirkung ab dem 01. Juli 2012 nun neu festgelegt.

Entgeltleistungen an die Telekom

Nach Ansicht des Gesetzgebers hat die Telekom am meisten in den Ausbau des Telefonnetzes investiert. Aus diesem Grund müssen alternative Anbieter bei der Übernahme ehemaliger Telekom-Kunden ein Entgelt an den Bonner Konzern zahlen.

Die so genannten "Entgeltleistungen" für die "Teilnehmeranschlussleitung" – kurz TAL – werden zum einen von den alternativen Anbietern als einmaliger Betrag entrichtet für die Bestellung und Abbestellung der TAL. Zum anderen wird eine monatliche Miete für die Leitung berechnet.

Gebühren für TAL leicht erhöht

Für die Anmietung der TAL und deren Schaltung beziehungsweise Rückgabe hat die Bundesnetzagentur zum 1. Juli neue Entgelte festgelegt, die die Wettbewerber einmalig an die Telekom entrichten müssen. Übernimmt ein Alternativ-Anbieter die TAL ohne Arbeiten beim Endkunden, kann die Telekom künftig eine Gebühr von 31,01 Euro verlangen. Bisher lag das Entgelt bei 30,83 Euro; die Bundesnetzagentur hat den Betrag also um 20 Cent erhöht.

Für die Neuschaltung der Kupferdoppelader Zweidraht hochbitratig ohne Arbeiten am Kabelverzweiger (KVz) und mit Arbeiten beim Endkunden werden ab sofort einmalig 54,17 Euro fällig. Im Vergleich zum alten Tarif sind das 82 Cent mehr.

Neue Gebühren für Line Sharing

Auch die monatlichen Entgelte für das "Line Sharing" wurden von der Bundesnetzagentur zum 1. Juli neu genehmigt. Line Sharing steht für den gemeinsamen Zugang zur TAL. Dabei wird die TAL nach Frequenzbändern in einen niederen und einen höheren Frequenzbereich aufgeteilt. Der untere Frequenzbereich wird von der Telekom weiter für die Sprachübertragung genutzt, während der obere Frequenzbereich von einem alternativen Anbieter für die Datenübertragung – in der Regel via DSL – eingesetzt wird.

Die Nutzung des oberen Bereiches der TAL wird mit 1,68 Euro pro Monat berechnet. Bisher lag der Betrag bei 1,84 Euro. Das einmalige Entgelt für die häufigste Bereitstellungsvariante – die Neuschaltung ohne Arbeiten am KVz und ohne Arbeiten beim Endkunden – wurde von 51,22 Euro auf 44,80 Euro gesenkt. Die neu geregelten Entgelte gelten für zwei Jahre.

Autor: ES