29.05.2012

E-Plus: Mobilfunk muss bezahlbar sein

20 Euro für ein Mobilfunk-Komplettpaket – das hält Ulrich Coenen, Chief Innovation Officer (CIO) bei E-Plus für einen angemessenen Preis. Dies äußerte der E-Plus-Vorstand am Rande einer Veranstaltung des Fachdienstes mobilbranche.de in Berlin.

Günstige Tarife machen Mobilfunk zur Selbstverständlichkeit

Laut Coenen akzeptiere die breite Masse einen Monatspreis zwischen 15 und 20 Euro für ein ein Komplettpaket aus Allnet-Flat inklusive Daten-Flatrate. Einen festen Preispunkt gebe es aufgrund unterschiedlicher Anforderungen der Nutzer natürlich nicht, aber es zeige sich, dass sich die Akzeptanz im Bereich zwischen 15 und 20 Euro einpendele.

E-Plus wolle "noch härter an bezahlbarem Internet für die Masse arbeiten", sagte Coenen gegenüber dem Internetportal teltarif.de. Dies sei notwendig, damit der Mobilfunk zum Allgemeingut werde und seinen selbstverständlichen Platz neben Strom, Wasser und Gas einnehmen könne.

WLAN-Hotspots tun Not

Coenen moniert die „fehlende WLAN-Hotspot-Kultur“ in Deutschland – es gebe zu wenige freie Hotspots, vor allem in Gebäuden. Für ein optimales Kundenerlebnis müssten WLAN- und Mobilfunk-Versorgung zusammenwachsen, so Coenen. Hier kommt auch die Politik ins Spiel, denn viele rechtliche Fragen wie etwa die Haftung für die Nutzung eines freien Hotspots, halten viele mögliche Anbieter zurück. Für strafrechtlich relevante Inhalte und Taten etwa haftet der WLAN-Hotspot-Betreiber. Diesem Risiko wollen sich viele Cafés und Restaurants und andere potentielle Hotspot-Betreiber nicht aussetzen, zumal nicht in Zeiten großer Abmahnwellen wegen angeblicher oder tatsächlicher Urheberrechtsverletzungen.

Wenig Sorge hat Coenen bezüglich des geänderten Nutzungsverhaltens vieler Mobilfunkkunden. Auch wenn sie lieber per Facebook kommunizieren oder über das Internet telefonieren, anstatt klassische Dienste wie SMS und Sprache zu nutzen, sieht Coenen hier keinen Schaden: "Wenn das Ökosystem wächst, wachsen wir auch. Die Zeit vollintegrierter '360-Grad-Geschäftsmodelle' ist vorbei."

Autor: JG