18.05.2012

Huawei und ZTE mit sinkenden Gewinnen nach Neuorientierung

Die chinesischen Netzwerkausrüster Huawei und ZTE bauen ihre Konzernstruktur um und leiden deshalb an sinkenden Gewinnen. Die Geschäfte im Kerngeschäft als Netzwerkausrüster laufen zwar gut, Huawei steht weltweit auf Platz 2, ZTE auf Platz 5, jedoch wächst der Markt in diesem Bereich nur schwach.

Beide Konzerne haben daher ihr Portfolio erweitert und sind in das Geschäft mit Handys und Smartphones eingestiegen. Auch IT-Dienste wie Cloud-Services, Rechenzentren und Netzinfrastruktur gehören zu den neuen Betätigungsfeldern.

Gründe für Gewinnrückgang

Damit wird die gesamte Wertschöpfungskette im Bereich der Telekommunikationsdienste abgedeckt. Die neue Orientierung drückt jedoch die Gewinne. Der Nettogewinn von Huawei sank 2011 um 53 Prozent, bei ZTE betrug der Gewinnrückgang 37 Prozent, wie die Financial Times Deutschland (FTD) berichtet. Als Gründe benennt Ken Hu, Manager bei Huawei, auch die insgesamt schwache Weltwirtschaft, politische Umbrüche und Wechselkursschwankungen. Zudem würde mehr Geld in Forschung und Entwicklung investiert. Dieser Etat wurde um 34,2 Prozent auf 3,8 Milliarden Dollar aufgestockt.

Zu kämpfen haben die Konzerne zum Teil auch mit einem schlechten Image, dass sie von vorneherein von lukrativen Großaufträgen, wie etwa dem Aufbau des Breitbandnetzes durch die australische Regierung ausschließt. So soll Huawei Verbindungen zur chinesischen Volksbefreiungsarmee und dem chinesischen Geheimdienst haben. Auch wenn das Unternehmen diese Vorwürfe immer zurückweist, bleiben Sicherheitsbedenken gegenüber Huawei bestehen.

Geschäft mit Smartphones soll gesteigert werden

Um unabhängiger vom Geschäft als Netzwerkausrüster zu werden, setzen beide Unternehmen vor allem auf den Verkauf von Handys und Smartphones. ZTE verkaufte 2011 18,9 Millionen Mobiltelefone und steht damit weltweit auf Platz vier hinter Nokia, Samsung und Apple. Huawei liegt mit 14 Millionen Geräten auf Platz sechs, noch vor dem Blackberry-Hersteller Research in Motion und HTC.

Zwar bedienen Huawei und ZTE den Markt vor allem mit Einfach-Handys, aber auch der Verkauf hochwertiger Smartphones soll ausgeweitet werden. Für 2012 plant ZTE den Verkauf von 50 Millionen Mobiltelefonen. Huawei will 2012 sogar 60 Millionen Geräte weltweit verkaufen.

Hinderlich für diese Ziele sind jedoch die noch wenig bekannten Markennamen der Chinesen. Um den Bekanntheitsgrad und die Akzeptanz zu erhöhen, muss mehr Geld in den Aufbau der eigenen Marken fließen. Die dazu notwendigen Investitionen werden vorerst weitere Auswirkungen auf die Gewinne haben.

Autor: MB