21.02.2012

Glasfaserdichte steigt in Europa – aber nicht in Deutschland

Immer mehr europäische Privathaushalte werden an das Glasfasernetz angebunden. Ende 2011 verfügen über 5,1 Millionen Haushalte in 35 Staaten Europas über eine Glasfaseranbindung, so die Zahlen vom FTTH Council Europe. Deutschland liegt bei der FTTH-Dichte im europäischen Vergleich hingegen noch weit hinten.

41 Prozent Wachstum von 2010 auf 2011

5,1 Millionen europäische Haushalte in 35 Staaten waren bis Ende 2011 an das Glasfasernetz angeschlossen. Das waren im Vergleich zum Vorjahr 600.000 Haushalte mehr. Zu den 35 Ländern gehören die EU-Staaten sowie Andorra, Island, Israel, Kroatien, Norwegen, die Schweiz, Serbien und die Türkei.

Zum Jahreswechsel wurden fast 28 Millionen Haushalte an das Glasfasernetz angeschlossen. Die Anzahl der Neuanschlüsse 2011 wuchs im Vergleich zu 2010 um 41 Prozent. In die Berechnungen mit einbezogen werden dabei sowohl FTTH- als auch FTTB-Anschlüsse. Bei FTTH führt das Glaskabel bis direkt in die Wohnung; bei FTTB bis in das Gebäude.

Litauen an der Spitze, Deutschland unter ferner liefen

Litauen hat mit 28,3 Prozent die größte Glasfaserdichte in Europa, gefolgt von Norwegen (14,7 Prozent) und Schweden (13,6 Prozent). In Litauen stieg die Zahl der Glasfaser-Haushalte im Vergleich zu 2010 um 3 Prozentpunkte, in Norwegen um 2 und in Schweden nur um 0,4. Das stärkste Wachstum in Europa verzeichnete Spanien mit einem Anstieg von 184 Prozent. Somit könnte Spanien in nicht allzu ferner Zukunft die 1-Prozent-Marke aller Haushalte erreichen. Somit würde das südeuropäische Land in das Ranking des FTTH Council aufgenommen werden.

Deutschland ist hingegen von der 1-Prozent-Marke noch weit entfernt. Gerade einmal 0,4 Prozent aller deutschen Haushalte werden mit Glasfaser versorgt. Der Telekommunikationsexperte Professor Torsten J. Gerpott begründet das beim Euroforum Kabelnetze in Köln damit, dass Glasfaseranschlüsse in Deutschland auf absehbare Zeit keine Rolle mehr spielen.

Breitband-Internet als Menschrecht

Bis zum Jahr 2015 rechnet die Breitband-Kommission für digitale Entwicklung der UN mit einem nationalen Breitband-Plan. Gleichzeitig fordert sie, den Internetzugang als Menschenrecht und Grundbedürfnis zu betrachten. Die Kommission ist der Ansicht, dass Breitbandnetze das Wirtschaftswachstum und die Schaffung von Arbeitsplätzen fördern. Somit hat die Europäische Kommission den Vorschlag unterbreitet, zwischen 2014 und 2020 insgesamt 9,2 Milliarden Euro in Breitbandnetze und -Dienste zu investieren. Allein 7 Milliarden davon sollen in die Infrastruktur fließen.

Autor: ES