02.10.2011

Pilotprojekt: Glasfasernetz für Berlin

Ein Pilotprojekt soll über 4.000 Wohnungen in der Gropiusstadt, einem Teil von Berlin-Neukölln, mit Glasfaseranschlüssen versorgen.

Mit dem Pilotprojekt beginnt der Aufbau eines stadtweiten Glasfasernetzes für ganz Berlin.

Die vier Partner des Projektes bauen das Glasfasernetz als Gemeinschaftsunternehmen auf, die Vermarktung erfolgt  im sogenannten Open Access-Ansatz, das bedeutet, dass verschiedene Service-Provider Tarife im Glasfasernetz anbieten können. Im Gespräch sind zurzeit der Internet-Service-Provider 1&1 und die Telekom-Tochter Congstar.

Vier Projektpartner

Beim Ausbau des Glasfasernetzes in der Gropiusstadt arbeiten der Energieversorger Vattenfall Europe, der Netzwerkausrüster Ericsson, die Berliner Wohnungsbaugesellschaft Degewo und der Netzdienstleister QSC zusammen. Die Kosten des Projektes belaufen sich auf vier Millionen Euro, wovon Vattenfall den Hauptteil tragen wird. Vattenfall ist auch der Koordinator des Projektes.

Der Aufbau des Glasfasernetzes beginnt im September 2011 und wird im Sommer 2012 abgeschlossen sein. In der anschließenden dreijährigen Erprobungsphase sollen die Akzeptanz getestet sowie Erfahrungen mit dem Open-Access-Ansatz gesammelt werden.

Durch den Open-Access-Ansatz sind die Endkunden nicht an einen einzigen Anbieter gebunden, sondern können aus einer größeren Anzahl von Anbietern und Tarifen den besten für sich selbst auswählen. Interesse am Berliner Glasfasernetz haben derzeit 1&1 sowie Congstar.

Kostenlose „Grundversorgung Internet“

Der Aufbau des Netzes erfolgt zu zwei Dritteln im Fibre to the Home (FTTH)-Verfahren, zu einem Drittel als Fibre to the Building (FTTB). Bei FTTH wird das Glasfaserkabel bis in die Wohnung verlegt, bei FTTB bis in das Gebäude und mit Kupferkabeln die Anbindung der einzelnen Wohnungen. Mit der Glasfasertechnik sind Download-Geschwindigkeiten bis zu 100 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) möglich, im Upload werden 10 Mbit/s zur Verfügung gestellt. Welche Geschwindigkeiten den Kunden letztlich zur Wahl stehen, hängt von den jeweiligen Service-Providern ab.

Bei der laufenden Sanierung der Wohnungen durch die Wohnungsbaugesellschaft Degewo werden die Glasfaserleitungen in den Versorgungsschächten der Gebäude verlegt. Beim Einzug erhält jeder Mieter eine kostenlose „Grundversorgung Internet“, die das Abrufen ausgewählter Informationsdienste ermöglicht. Einen vollwertigen Internetzugang muss jeder Mieter selbst mit einem Anbieter abschließen.

Autor: MB