01.09.2011

Die Generation digital

Computer und Internet haben unser Leben verändert. Wir ziehen eine Bilanz, wie Computer unser Leben veränderten und wagen einen Blick in die Zukunft der „Generation digital“.

Das Fazit: Etliche für jede Gesellschaft existenzielle Funktionen wie Information und Kommunikation sind ins Internet abgewandert – und haben sich dabei gleichzeitig gewandelt.   Waren früher Arbeitszeit und Privatzeit streng voneinander getrennt, fallen diese Grenzen immer mehr. Gleichzeitig nimmt im Arbeitsleben die Mobilität zu: Schon heute ist man überall und jederzeit erreichbar und kann andererseits überall und jederzeit auf Informationen oder Arbeiten aus der Firma zugreifen.

Die Information  wandert ins Internet

Ganz am Anfang des Computerzeitalters verschwand der ehrwürdige Beruf des Schriftsetzers, eine Profession die es seit der Einführung des modernen Buchdrucks in Europa Mitte des 15. Jahrhunderts gab. Die Druckvorlagen für Zeitungen wurden nicht mehr in Bleilettern gegossen sondern im Computer erstellt. Seither geraten die Printprodukte immer mehr ins Abseits, die Leserschaft kleiner und großer lokaler oder regionaler Tageszeitungen stirbt allmählich aus: Gute und gründliche aktuelle Informationen gibt es im Internet genug. Auch die Lexika  und Enzyklopädien wanderten schnell ins Internet ab, ein guter Teil der Wörterbücher folgte ihnen, auch Reiseführer, Hotel- und Restaurantführer sind auf dem Weg dahin.

Das verheißt für alle Berufe, die Informationen und Wissen jeder Art anbieten, einen Wandel des Berufsbildes: Da die Infos – von der Generation digital bis zu den über 50jährigen – zuerst und zumeist aus dem Internet geholt werden, wird man sie dort auch anbieten müssen. Die Information von morgen wird digital sein oder sie wird gar nicht sein.

Das hat zunächst einen Vorteil – man bekommt immer das Neueste mit. Gedrucktes ist beim Erscheinungstermin tendenziell immer schon veraltet, sei es nun ein Restaurantführer oder ein Handbuch für den praktischen Arzt. Andererseits ist die Suche nach guten Informationen im Internet derzeit oft ein Glücksspiel – kennt man die richtigen Seiten nicht, erhält man womöglich nur eine einseitige oder gar falsche aber keine umfassende und richtige Information zu einem Thema. Intelligente Suchmaschinen, die dieses Problem lösen könnten, sind derzeit nicht in Sicht.

Die Kommunikation wandert ins Internet…

Zusammen mit dem Internet hat sich die Möglichkeit, miteinander zu kommunizieren schlagartig ausgeweitet, Sei es nun über einschlägige eher private Plattformen wie Facebook oder über Fachforen wie beispielsweise in der Enzyklopädie „Wikipedia“ – man kann überall jederzeit in Kontakt bleiben.

Ob man nun nach dem Abitur von seinen Freundinnen getrennt wird, weil jede in eine andere Stadt zieht oder ob man als Wissenschaftler für indianische Kulturen mit Kollegen weltweit Forschungsergebnisse austauschen will – die Möglichkeiten zum Informations- und Meinungsaustausch oder zum Knüpfen von Kontakten sind nahezu sind grenzenlos, ganz gleich um welches Thema es geht.

Auch die Arbeit wird mobil – übers Internet

Dies wirkt auch auf die Arbeitswelt zurück. Waren früher die Reisezeit zwischen zwei Orten oft die Zeiten für eine Pause, in der man allenfalls ein paar Papiere durchgehen konnte – sofern man diese mitschleppte –  kann man heute praktisch überall auf Informationen und Arbeit aus der Firma zugreifen.

Fachleute prophezeien, dass es mit der Technik des sogenannten „Cloud Computing“ schon bald möglich ist, mit jedem Gerät und jeder Verbindungstechnik jederzeit auf Arbeit zuzugreifen, die auf dem Rechner der Firma gespeichert ist: Dort steht ein ganzes Betriebssystem bereit, das dann über PC oder Laptop oder Smartphone nur bedient wird. Man kann dann auf dem PC einen Text anfangen, ihn auf dem Weg zum Bahnhof mit dem Smartphone weiter bearbeiten und schließlich im Zug zu Ende bringen.

Die digitale Zukunft   und die „Generation digital“

Die neue Internet-Zukunft wird oft mit dem Stichwort „Digital Natives“ oder „Generation digital“ beschrieben. Mit diesem Stichwort bezeichnen deutsche Publizisten diejenige Generation, die ins Zeitalter der Rechner hineingeboren wurde, denen also der Umgang mit Computern seit frühester Jugend vertraut ist.

Die „Generation digital“ scheint in Ansichten und Verhalten allerdings nicht viel mehr und nicht viel weniger digital, als die Altersgruppe der über 50jährigen, so sagt zumindest die  Studie „Modernes Arbeiten - Wunsch & Wirklichkeit in deutschen Büros“, die von dem Meinungsforschungs-Unternehmen TNS Emnid und dem IT-Dienstleister Computacenter erstellt wurde. Fazit der Untersuchung: Normalerweise geht man davon aus, das vor allen Dingen die nach 1980 geborenen mobile Arbeit, Videokonferenzen, Blogs und soziale Netzwerke bevorzugen.  Doch die Studie zeigte ganz andere Ergebnisse: Sowohl ein Drittel  der unter Dreißigjährigen als auch ein Drittel der über Fünfzigjährigen nutzen demnach Plattformen für den Wissensaustausch wie Wikis oder Foren häufig. Auch bei der beruflichen Nutzung von sozialen Netzwerken wie Xing, Linkedin oder Facebook ist die die Generation Digital von der Generation 50plus mit 10 Prozent zu 6 Prozent Nutzern nicht so weit entfernt. Fazit der Forscher: Die Generation digital nutzt im Berufsleben die neuen Möglichkeiten im Wesentlichen genauso wie die Generation der über 50jährigen.

Autor: et