16.08.2011

Weniger Navi-Geräte, mehr Navi-Apps

In Deutschland werden weniger Navigations-Geräte für Autos verkauft, dafür steigt die Zahl der Navi-Apps für Handys und Tablet-PCs.

Die Zahl der verkauften Navi-Geräte geht derzeit  zurück, von 3,5 Millionen im Jahr 2010 auf 3,1 Millionen im Jahr 2011.

So teilt der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (Bitkom) mit und beruft sich dabei auf Berechnungen des eigenen Marktforschungsinstituts EITO (European Information Technology Observatory). Der Verband nennt zwei Gründe für diesen  Trend: Erstens hat jeder dritte Haushalt schon ein  Navigations-Gerät. Zweitens gibt es sehr viele kostengünstige Navi-Apps.

Navis: Immer weniger Geld für immer mehr Funktionen

Bitkom zufolge liegen die Preise für die Navis genannten Geräte heute im Durchschnitt bei 130 Euro. Vor drei Jahren waren es noch 200 Euro. „Bei Navis sieht man besonders deutlich, was für alle IT-Geräte gilt: Immer mehr Leistung für immer weniger Geld“, erklärt Bitkom-Vizepräsident Heinz Paul Bonn.

Schon Geräte der Einsteigerklasse seien heute sehr umfangreich ausgestattet: Funktionen wie Stauumfahrung, Fahrspur-Empfehlung, die Anzeige von Tempolimits und Reiseinfos sowie Karten für viele europäische Länder sind meist Standard. Modelle der höheren Preisklassen bieten teils kostenlose Karten-Aktualisierung, dreidimensionale Anzeigen, Sprachbedienung oder eine integrierte Freisprecheinrichtung. Etliche Navis sind auch für Fußgänger nutzbar.

Navi-Apps: Zusatzdienste wie Taxi-Ruf

„Zunehmend populär wird die Navigation mit dem Handy“, sagt Bitkom-Vizepräsident Bonn. Derzeit nutzen vier Prozent aller Handybesitzer eine Navigationsfunktion auf ihrem Telefon – Tendenz stark steigend. Für viele Smartphones gibt es bereits Navigationssoftware, oft in Form von Apps. Dazu trägt nach Ansicht des Verbandes auch die Weiterentwicklung dieser Anwendungen bei: „Navi-Apps werden künftig immer mehr Zusatzdienste bieten, etwa Unterstützung beim Ruf eines Taxis oder die Einbindung in soziale Netze“, so Bonn.

Auch auf Tablet-PCs könnten Navi-Apps eingesetzt werden. Bonn: „Eine geeignete Halterung vorausgesetzt, kann man mit Tablet-PCs im Auto wegen ihrer großen Bildschirme besonders komfortabel navigieren.“

Autor: et