29.04.2009

Microsoft-Studie: Internet und TV verschmelzen

Menschen lieben Fernsehen, daran wird sich so schnell nichts ändern. Was sich allerdings rapide verändert, sind die Endgeräte, mit denen TV-Formate konsumiert werden. Eine aktuelle Studie von Microsoft über den europäischen Internet-Markt hat jetzt ergeben, dass immer mehr Nutzer Fernsehinhalte via PC, Notebook, Smartphone oder Spielekonsole konsumieren. Vor Allem dem mobile TV gehöre die Zukunft.

Die Gruppe der 18- bis 24-Jährigen etwa betrachtet den PC schon als Fernsehgerät: 42 Prozent der jungen Umfrageteilnehmer sehen sich Fernsehprogramme am Computer an. 14 Prozent von ihnen sagten gar, sie würden überhaupt nicht mehr „auf traditionelle Weise“ fernsehen.

Fernsehen wird digital und mobil

Mobiles Fernsehen wird immer wichtiger. „Die Bedeutung von Fernsehen wird wachsen – aber es wird aus dem Wohnzimmer ausbrechen und auf den unterschiedlichsten Endgeräten genutzt werden und uns überall hin begleiten“, kommentiert Microsoft-Managerin Dr. Dorothee Ritz die Ergebnisse der Studie „Europe logs on: Internet trends of today & tomorrow“.

TV in Echtzeit werde in den nächsten fünf Jahren spürbar abnehmen, meint Dr. Ritz, die bei Microsoft Deutschland den Bereich Consumer & Online leitet. In Zukunft wird der Nutzer selbst entscheiden, wann er sich welche Sendungen ansehen möchte. Die Digitalisierung der TV-Formate führt letztlich dazu, dass es keine festen Sendungen und Sendezeiten mehr geben wird. Sämtliche Inhalte werden jederzeit nebeneinander bereit stehen, jeder Konsument stellt sich dann seinen persönlichen TV-Mix zusammen.

Die Microsoft-Studie zeigt außerdem eine Zunahme bei den 3D-Angeboten im Internet sowie bei der Nutzung von Smartphones. „Künftig werden sich die Internet-Aktivitäten auf Mobiltelefone, TV und Spielkonsolen verlagern und damit deutlich mobiler werden“, sagt die Microsoft-Managerin. Der PC hingegen werde laut Ritz nur noch zu 50 Prozent eine Rolle bei der Internet-Nutzung spielen.

50 Prozent der Europäer haben Internet

Im Durchschnitt hat jeder zweite Europäer einen Internet-Anschluss. Im Norden sind es sogar 76 Prozent der Einwohner, in Südeuropa 45 Prozent. 8,9 Stunden pro Woche verbrachten die Europäer laut Microsoft-Studie letztes Jahr im Internet.

Je nach Land variieren die Online-Aktivitäten der Nutzer: Während die Franzosen bevorzugt E-Mails schreiben, sind die Italiener große Suchmaschinen-Fans. 30 Prozent der Deutschen besuchten 2008 Online-Portale, 22 Prozent nutzten Instant-Messaging-Dienste und 13 Prozent soziale Netzwerke. Neun Prozent der deutschen User ließen sich im Internet unterhalten, sieben Prozent kauften online ein. Die größten Zuwächse gab es laut Microsoft-Untersuchung bei der Nutzung von Freemail-Accounts und beim Instant Messaging.

Autor: FN